Mag er sich nach dem Rückzug von seinem Kurzzeit-Amt an der Spitze der Bundes-SPD einst als ein Gescheiterter gefühlt haben, als einer, der es nicht packte, so darf sich Brandenburgs Ministerpräsi?dent nach dieser Landtagswahl als Sieger sehen. Mit Matthias Platzeck als Spitzenkandidaten und einem ganz auf „den Brandenburger“ zugeschnittenen Wahlkampf hat die SPD erneut dem schlechten Bundestrend getrotzt. Sie legte im Gegensatz zu den desaströsen Verlusten der Bundes-SPD sogar leicht zu. Die Wählt-Platzeck-Strategie ist wie schon 2004 aufgegangen: Die Brandenburger wollen ihren beliebten Ministerpräsidenten behalten. Somit kann Platzeck es sich aussuchen, mit wem er regieren will. Sein bisheriger Koalitionspartner, die CDU, landete erneut auf Platz 3. Die Union unter Johanna Wanka gewann trotz des Kanzlerin-Bonus kaum dazu. Die Wähler quittierten damit die Querelen der vergangenen Jahre erneut mit einem schlechten Ergebnis.

Dass SPD und CDU – wenn auch nur leicht – an Stimmen dennoch zugelegt haben, kann auch als Bestä?tigung für die Arbeit der großen Koalition gewertet werden. Rot-Schwarz hat das Land gemeinsamen Regierens ein gutes Stück vorange?bracht. Platzeck wäre schlecht be?raten, die Linke in die Regierung zu bringen. Rot-Rot ist keine Option für Brandenburg. Die größten Gewinner sind aber die FDP und die Grünen: Beide sind nach 15 Jahren wieder im Landtag vertreten. Und: Es wird endlich wieder ein Parla?ment ohne die Rechtsextremen sein.