In Brandenburg hatten bis 14 Uhr nach Angaben des Landeswahlleiters 36,3 Prozent der 2,13 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben (bundesweit 36,1 Prozent). Damit lag die Beteiligung um sechs Prozentpunkte über dem Ergebnis bei der Landtagswahl im Jahr 2004 zu diesem Zeitpunkt. Im Vergleich mit der letzten Bundestagswahl 2005 seien es 5,2 Prozent weniger gewesen (bundesweit 5,8 Prozent Minus), teilte der Landeswahlleiter in Potsdam mit. Bei der Erfassung der Beteiligung seien die Briefwähler nicht berücksichtigt. Die höchste Wahlbeteiligung habe der Landkreis Potsdam-Mittelmark gemeldet, die niedrigste wurde in der kreisfreien Stadt Cottbus verzeichnet.

Im Vergleich zu den Landtagswahlen 2004 lag die Wahlbeteiligung um 14 Uhr allerdings sechs Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren. Damals lag die Gesamt-Wahlbeteiligung bei niedrigen 56,4 Prozent.

Insgesamt waren 2,13 Millionen Brandenburger aufgerufen, ihre Stimme für die Bundestags- und die Landtagswahl abzugeben. Erstmals seit der Wiedergründung des Bundeslandes 1990 gab es eine solche Doppelwahl. Davon erhofften sich die meisten Parteien eine höhere Beteiligung.

Der Kreiswahlleiter in Potsdam erwartete trotz des landesweit schwachen Wahlstarts eine ähnlich hohe Beteiligung wie bei der letzten Bundestagswahl. 2005 gab es in der Landeshauptstadt eine Wahlbeteiligung von fast 79 Prozent. Bei der Landtagswahl 2004 hätten hingegen nur etwas mehr als 63 Prozent einen Stimmzettel abgegeben. Kreiswahlleiter Matthias Förster verwies darauf, dass es aktuell rund zehn Prozent mehr Briefwähler gab.

In Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel wurde ebenfalls von einem regen Besuch der Wahllokale berichtet. Bei herrlichem Herbstwetter mit Temperaturen von mehr als 20 Grad machten viele Menschen einen Spaziergang zur Stimmabgabe. In 28 märkischen Orten wurden auch noch die hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.

Seit 1999 regiert in Potsdam eine Koalition aus SPD und CDU. Für die Zeit nach der Wahl hat Ministerpräsident Platzeck aber auch eine Zusammenarbeit mit der Linken nicht ausgeschlossen. Weitere Konstellationen werden aller Voraussicht nach rechnerisch nicht möglich sein. Die mehr als 3300 Wahllokale schließen um 18 Uhr.

dpa/sei