19 Kandidaten aus Brandenburg werden in den neuen Bundestag einziehen. Jeweils fünf kommen von SPD und CDU, sechs von der Linken, zwei von der FDP und eine Abgeordnete von den Grünen, wie der Landeswahlleiter Bruno Küpper mitteilte. Durch die niedrige Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl in Brandenburg sitzen allerdings künftig zwei märkische Abgeordnete weniger im Bundesparlament. Vor vier Jahren hatte Brandenburg noch 21 Mandatsträger in den Bundestag geschickt, künftig seien es nur noch 19, Küpper.

Die Wahlbeteiligung habe 67,1 Prozent betragen, das sei ein Minus von knapp acht Prozent im Vergleich zu 2005. Brandenburg lag 3,8 Prozent unter dem Bundesschnitt. Da sich die Zahl der Bundestagsabgeordneten eines Landes an den abgegebenen Stimmen berechne, bekomme Brandenburg weniger Sitze im Bundesparlament.

Diese Politiker ziehen für Brandenburg in den Bundestag:

SPD: Der SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier hat seinen Wahlkreis in Brandenburg gewonnen. Steinmeier setzte sich mit 32,8 Prozent gegen Diana Golze von der Linkspartei durch, die 28,5 Prozent der Erststimmen erhielt. Allerdings verlor die SPD in diesem Wahlkreis bei den Erststimmen 8,4 Prozentpunkte, bei den Zweitstimmen gar 9,9 Punkte.

Dagmar Ziegler holte mit 32,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Prignitz-Ostprignitz-Ruppin-Havelland I, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Damit lag sie knapp vor Kirsten Tackmann (Linke), die 30,8 Prozent erzielte.

Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein , Diplom-Ökonomin, hat sich mit einem hauchdünnen Vorsprung von 201 Stimmen gegen den Linken-Politiker Rolf Kutzmutz durchgesetzt und das Bundestags-Direktmandat in Potsdam und Umgebung gewonnen. Erst nach dem Auszählen der Briefwahlstimmen habe festgestanden, dass Wicklein mehr Stimmen als der ehemalige PDS-Bundesgeschäftsführer Kutzmutz habe, sagte Küpper. Darüber hinaus schafften Rechtsanwalt Peter Danckert und Angelika Krüger-Leißner den Sprung in den Bundestag.

Linke: Für die Linke ziehen in das Parlament: Landeschef Thomas Nord (Kulturwissenschaftler) Linke-Landeschef. Er errang das Direktmandat im Wahlkreis Frankfurt/Oder-Spree mit 32,3 Prozent der Stimmen vor Jörg Vogelsänger von der SPD (28,5 Prozent). Richter Wolfgang Neskovic setzte sich gegen den SPD-Kandidaten Steffen Reiche durch, der sein Direktmandat im Wahlkreis Cottbus-Spree-Neiße verlor. Neskovic erreichte den Angaben zufolge 30,0 Prozent der Stimmen, Reiche erzielte 27,9 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2005 hatte Reiche das Direktmandat noch mit 37,6 Prozent der Stimmen geholt. Sabine Stüber (Diplom-Ingenieurin) gewann den Wahlkreis Uckermark-Barnim I mit 32,0 Prozent vor dem letzten DDR-Außenminister Markus Meckel (27,0 Prozent)

Außerdem werden Diplom-Historikerin Dagmar Enkelmann , Kirsten Tackmann (Veterinärmedizinerin) und Diana Golze (Diplom-Sozialpädagogin) im Bundestag vertreten sein.

CDU: Für die CDU setzte sich Pfarrer Michael Stübgen im Wahlkreis Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II mit 28,9 Prozent der Stimmen knapp gegen Andre Brie (Linke/28,3 Prozent) durch. Außerdem ziehen Katherina Reiche (Diplom-Chemikerin), Andrea Voßhoff (Rechtsassessorin) , Jens Koeppen (Elektrotechniker), Hans-Georg von der Marwitz (Landwirt) in den Bundestag ein.

FDP: Für die Brandenburger FDP gehen Heinz Lanfermann (Rechtsanwalt) und Diplom-Ingenieur Martin Neumann nach Berlin. Für die Grünen konnte sich Diplom Agraringenieurin Cornelia Behm einen Sitz sichern.