Brandenburg

Mit Wasserwerfer, Hubschrauber und Panzer gegen die Flammen

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Der Waldbrand bei Potsdam ist unter Kontrolle, der Kampf gegen die Flammen geht weiter. Weitere Autobahnabschnitte wurden freigegeben.

Potsdam. Rund 250 Feuerwehrleute haben am Freitag gegen den Waldbrand bei Potsdam weiter angekämpft. Dabei waren auch Löschpanzer und ein Hubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Zwar gebe es derzeit keine Gefahr mehr für die Ortschaft Fichtenwalde, teilte das Innenministerium mit. Die weitere Entwicklung hänge aber stark vom Wetter ab. Am Vorabend war eine zunächst erwogene Evakuierung von mehreren Hundert Anwohnern abgesagt worden, nachdem die Feuerwehr die Lage in den Griff bekommen hatte.

Am Nachmittag gaben die Behörden offiziell Entwarnung. Die Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam teilte gegen 14:30 Uhr mit, der Brand sei unter Kontrolle. Für den Ort Fichtenwalde bestehe derzeit keine Gefahr mehr. Anwohner sollten aber weiterhin Fenster und Türen geschlossen halten. Für eine endgültige Entwarnung sei es aber noch zu früh, hieß es. Es gebe immer noch Glut-Nester, die jederzeit wieder aufflammen können.

Experten vermuten, dass in dem Waldstück noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg liegt, das bei dem Feuer explodieren könnte. Die Feuerwehr bekämpft die Flammen deshalb nur von den Wegen aus. Der Löschpanzer ist dafür gerüstet, auch auf womöglich munitionsbelastetes Gebiet zu fahren. Der Hubschrauber kann bis zu 5000 Liter Wasser auf das Feuer kippen. Zudem war ein Wasserwerfer der Polizei im Einsatz. Die Löscharbeiten am Autobahndreieck sollten zumindest den ganzen Tag noch andauern.

Der Waldbrand unweit der Spargelstadt Beelitz (Potsdam-Mittelmark) führte auch am Freitag zu massiven Staus. Am Freitagabend war noch die A9 vom Dreieck Potsdam in Richtung Süden gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Auto- und Lastwagenfahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Einen Abschnitt der A10 auf dem südlichen Berliner Ring gab die Polizei wieder in beide Richtungen frei. Am Vortag und in der Nacht waren Autobahnabschnitte zeitweise in beide Richtungen gesperrt.

Feuerwehr: "Entwarnung kann immer noch nicht gegeben werden"

Am Freitagnachmittag meldete die Feuerwehr Fichtenwalde bei Facebook: "Wir sind noch da. Augenringe gelten derzeit als Schönheitsideal. Entwarnung kann noch nicht gegeben werden." In dem Facebook-Post beschreiben die Kräfte ihren Einsatz und danken allen Helfern.

Der ADAC erwartet am Sonnabend und Sonntag das verkehrsreichste Wochenende in diesem Jahr - weil in einigen Bundesländern die Ferien enden und in anderen beginnen, wie Verkehrsexperte Jörg Becker vom ADAC in Berlin sagte. „Tipp für alle: Genügend Kaltgetränke mitnehmen“, so Becker. Zudem solle man die Verkehrsnachrichten beachten und auf Kurztrips am Wochenende eher verzichten. „Ich würde an diesem Wochenende nicht an die Ostsee fahren - weil es extrem ist.“

Die Ursache für den Waldbrand auf einer Fläche von rund 40 bis 50 Hektar ist noch unklar. Er war am Donnerstag in unmittelbarer Nähe der A9, die Berlin mit Leipzig verbindet, ausgebrochen. Denkbar ist daher eine weggeworfene Zigarette oder Funkenflug von einem Fahrzeug. In großen Teilen Brandenburgs herrscht derzeit wegen der Trockenheit höchste Waldbrandgefahr. Auch auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) kämpften Feuerwehrleute weiter gegen einen Großbrand. Dort waren rund 160 Hektar Fläche verbrannt.

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( dpa )