Potsdam

Stadtparlament stimmt für möglichen Abriss des „Mercure“

Eine große Mehrheit der Potsdamer Stadtverordneten hat sich für einen möglichen Abriss des Hotels "Mercure" ausgeprochen.

Das Ziel der Stadt ist es, das Hotel "Mercure" langfristig zu erwerben und dann abzureißen

Das Ziel der Stadt ist es, das Hotel "Mercure" langfristig zu erwerben und dann abzureißen

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Das Potsdamer Stadtparlament hat sich für den möglichen Abriss des Hotels „Mercure“ in der historischen Mitte ausgesprochen.

Gegen die Stimmen der Linken und der Fraktion Die Andere stimmte die breite Mehrheit der Stadtverordneten für neue Sanierungsziele für den Lustgarten, mit denen künftige Modernisierungen oder Veränderungen des 60 Meter hohen ehemaligen DDR-Interhotels verhindert werden könnten.

Ziel der Stadt unter Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ist es, das Hotel langfristig zu erwerben und abzureißen. Gegenüber vom Landtagsschloss soll dann wieder eine Freifläche als „Wiese des Volkes entstehen, auf der etwa Demonstrationen oder andere Veranstaltungen laufen könnten.

Linke hatte Bürgerbefragung beantragt

Die Linke hatte vergeblich beantragt, die Bürger zu befragen, ob der Plattenbau abgerissen werden soll. Dazu überreichte der Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Scharfenberg Jakobs mehr als 3000 Unterschriften von Potsdamern. „Viele Bürger haben kein Verständnis dafür, dass dieses markante Bauwerk im Zentrum der Stadt verschwinden soll“, sagte Scharfenberg. „Und es gibt im Land kein Verständnis für das großkotzige Agieren der Landeshauptstadt, das Hotel für Millionen zu kaufen und abzureißen.“

Jakobs entgegnete, es habe im städtebaulichen Wettbewerb keinen einzigen Vorschlag gegeben, das Hotel zu erhalten. Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zu den Sanierungszielen sei die notwendige Grundlage dafür, um mit dem Eigentümer über einen Erwerb des Hotels durch die Stadt zu verhandeln. Zudem würden die Pläne nur verwirklicht, wenn sie auch finanziert werden könnten.

„Beispiellos, unverantwortlich und äußerst fragwürdig“

Der Eigentümer machte jedoch in einer im Ratssaal verteilten Erklärung aus seiner Ablehnung keinen Hehl. Die Einmischung in ein erfolgreiches Unternehmen und die bewusste Gefährdung von 55 Arbeitsplätzen seien „beispiellos, unverantwortlich und äußerst fragwürdig“, erklärte der Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft, Anders Braks.

Das Hotel werde weiter alles tun, „um seinen Gästen einen angenehmen Aufenthalt in dieser schönen und traditionsreichen Stadt zu ermöglichen.“