Potsdam

Initiative warnt vor Mercure-Abriss in Potsdam

Eine Initiative warnt vor den finanziellen und juristischen Auswirkungen des Plans, das Hotelhochhaus Mercure in Potsdam abzureißen.

Das Hotel Mercure in Potsdam

Das Hotel Mercure in Potsdam

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Die Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ warnt Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und die Stadtverordneten davor, die Pläne für einem Abriss des Hotel-Betonriesen „Mercure“ gegenüber des wieder aufgebauten Stadtschlosses in Potsdam voranzutreiben. Das völlig unnötige Vorhaben berge unkalkulierbare finanzielle Risiken, sagte Stadtplaner Steffen Pfrogner am Freitag als einer der Sprecher der Initiative.

Ein Antrag der Stadtverwaltung sieht vor, anstelle des 60 Meter hohen ehemaligen DDR-Interhotels den Lustgarten der preußischen Könige als „Wiese des Volkes“ wieder zu errichten. In einem ersten Schritt soll für das Mercure-Hotel eine Art Veränderungssperre gelten. Die Stadt will damit erreichen, dass dem Hotel Sanierungen untersagt werden können. Derzeit wird dies in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung diskutiert.

Einbußen durch Wegfall des Tourismus drohen

„Ankauf und Abriss des Hotels kosten laut früheren Aussagen der Stadtverwaltung 14 bis 15 Millionen Euro“, sagte Architekt Pfrogner. Er wies darauf hin, dass ihr juristische Niederlagen drohen, sollte sie ihr Vorhaben weiter vorantreiben. Gegen den Willen des Eigentümers - ein US-Konsortium- sei der Plan kaum durchsetzbar.

Die Initiative, ein Zusammenschluss von Potsdamer Bürgern, Architekten und Stadtplanern, verweist auf erfolglose Bemühungen der Stadt Dresden, ein unliebsames Hotel abzureißen, das wie das Mercure in Potsdam angeblich die Sichtachsen störte. Die Stadt scheiterte damit vor dem Verwaltungsgericht. Das Urteil sei am 1. August 2014 rechtskräftig bestätigt durch das Oberverwaltungsgericht Bautzen. Zudem drohten Einbußen im Tourismus durch den Wegfall des einzigen großen Hotels in der Innenstadt.

Die Initiative sieht einen weiteren Vertrauensverlust bei der Bürgerbeteiligung, wenn Voten aus dem Lustgartendialog und Bürgerhaushalt derart übergangen werden. Die Mehrheit der bislang Befragten ist für den Erhalt des Mercure“, sagte Pfrogner. Aus Kostengründen, aber auch deshalb, weil das Hotel einfach zu Potsdam gehören. Die Initiative schließt sich der Forderung der Linksfraktion nach einer Bürgerbefragung an. Die bisherigen Befragungen waren nicht repräsentativ.