In einem Asylbewerberheim im Halber Gewerbegebiet Massow (Dahme-Spreewald) soll der Mitarbeiter einer Baufirma zahlreiche Bewohner mit Pfefferspray verletzt haben. Der 28-Jährige wurde am Dienstagabend festgenommen und kam in Gewahrsam. Warum es zu dem Konflikt kam, sei noch völlig unklar, sagte eine Polizeisprecherin.
Rettungskräfte aus dem ganzen Landkreis hätten 40 Asylbewerber untersucht, die leichte Reizungen der Atemwege und Augen hatten. Von den Betroffenen seien zwei Erwachsene und acht Kinder zur weiteren Kontrolle in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.
Gegen 19.30 Uhr wurde die Polizei informiert, nachdem es eine Auseinandersetzung in den Räumen gegeben haben soll. Ein Großaufgebot von Rettungskräften, Feuerwehr und Polizei aus dem gesamten Landkreis war vor Ort. Zahlreiche Zeugen wurden vernommen.
Ob der mutmaßliche Täter einem Haftrichter vorgeführt wird, ist nach Angaben der Polizei in Potsdam noch nicht entschieden. In die Ermittlungen wurde auch der Staatsschutz eingeschaltet.
Positiv auf Drogen getestet
Die Polizei sagte am Mittwoch, dass bei dem 28-Jährigen aus Sachsen bei seiner Festnahme 0,25 Promille Atemalkohol gemessen und er positiv auf Amphetamine und Methamphetamin getestet wurde. Der Mann sei bereits wegen Drogenkonsums polizeibekannt, berichtete der Sender RBB.
Nach Angaben der Polizei Cottbus wohnt der 28-Jährige in einem Hotel, in dem auch Flüchtlinge untergebracht sind. Er habe deshalb Zugang zu dem von Wachschutzleuten gesicherten Areal gehabt, hieß es. Zu dem Gebäudekomplex gehört auch eine ehemalige Reha-Klinik, die von 318 Flüchtlingen bewohnt wird. Dort werden zurzeit Bauarbeiten durchgeführt. Der 28-Jährige sei am Dienstagabend in beiden Häusern durch die Flure gerannt und habe das Reizgas versprüht, sagte die Sprecherin.
In der DDR wurde das Gelände vom Ministerium für Staatssicherheit genutzt. Der Komplex liegt sehr abgelegen, ohne Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung vor Ort, Schulen oder Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Auf dem Waldfriedhof von Halbe hatte es seit den 90er-Jahren Aufmärsche von Rechtsextremisten am Volkstrauertag gegeben. 2006 wurden diese verboten. Auf dem Friedhof, eine der größten Kriegsgräberstätten in Deutschland, sind fast 30.000 Tote vor allem aus den letzten Kriegswochen 1945 bestattet.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verglich Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte mit terroristischen Taten. „Was heute läuft, ist eine Art von Terrorismus. Man versucht, Leute einzuschüchtern“, sagte der 53-Jährige am Dienstag in einer Gesprächsrunde der „Märkischen Oderzeitung“ in Frankfurt (Oder). Er bezog sich dabei auch auf den Brand in einer Sporthalle in Nauen (Havelland) in der vergangenen Woche. Sie sollte als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen. Die Brandstifter werden im rechtsextremen Umfeld vermutet.
dpa/ap/mim




