Fraktionsvorsitz

CDU-Chef Schierack zieht nach Kritik Konsequenzen

Weil SPD und Linke ihre Koalition in Brandenburg fortsetzen, steht CDU-Spitzenmann Michael Schierack weiter im Fokus. Ihm wird das Scheitern einer rot-schwarzen Regierungsbildung zugeschrieben.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Brandenburgs CDU-Landeschef Michael Schierack zieht nun doch Konsequenzen aus der gescheiterten Sondierung für eine rot-schwarze Regierungskoalition. Aus Parteikreisen sickerte durch, dass er zumindest den Fraktionsvorsitz im Brandenburger Landtag abgeben will. Als Nachfolger ist sein Partei- und Fraktionsvize, der Lausitzer Abgeordnete Ingo Senftleben, im Gespräch.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist Schierack trotz heftiger parteiinterner Kritik bislang aber nicht bereit, auch sein Amt als Landesvorsitzender zur Verfügung zu stellen. Er selbst wollte sich am Dienstag nicht äußern. „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen“, antwortete Schierack auf Fragen von Journalisten.

An diesem Mittwoch trifft sich der CDU-Landesvorstand gemeinsam mit der Landtagsfraktion in Potsdam, um über die Folgen aus den gescheiterten Sondierungsgesprächen zu beraten.

Enttäuschte CDU-Basis

Nach der Landtagswahl im September deutete – vor allem wegen der knappen Mehrheit für Rot-Rot – vieles darauf hin, dass die CDU mitregieren kann. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erteilte ihr aber eine Absage mit der Begründung, der CDU-Spitzenkandidat wolle nicht ins Kabinett. Schierack hatte dies zurückgewiesen.

Wochenlang reiste der CDU-Landeschef daraufhin mit seiner Version durch die Kreisverbände – ohne die enttäuschte Basis aber überzeugen zu können. Viele fordern, er müsse sich komplett von der Spitze zurückziehen. Fraglich ist deshalb, ob sich die Partei mit einem halbherzigen Rückzug oder einem Abschied auf Raten zufrieden gibt.