Auf den brandenburgischen Autobahnen ist es am Montag zu einer Serie von Verkehrsunfällen gekommen. Auslöser war ein Auffahrunfall am Morgen auf dem südlichen Berliner Ring, in dessen Folge es an den Stauenden immer wieder zu weiteren Unfällen kam. Die folgenreichste Karambolage ereignete sich auf der Autobahn A12.

In Höhe der Anschlussstelle Friedersdorf (Kreis Oder-Spree) starben am Vormittag eine Frau und ein Mann, nachdem ihr VW-Bus unter einen stehenden Sattelzug gerast war. Ein Hund konnte lebend aus den Trümmern des Fahrzeugs geborgen werden. Die A12 musste nach dem schweren Unfall vorübergehend in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden. Der durch die Kollision entstandene Rückstau reichte nach Polizeiangaben zeitweilig bis nach Storkow.

In Fahrtrichtung Westen hatte sich vor dem Dreieck Spreeau ein Rückstau auf der A12 gebildet, in dem auch ein in Estland gemeldeter Lkw zum Stehen gekommen war. Gegen 10.15 Uhr fuhr laut Polizei aus noch ungeklärter Ursache ein mit zwei Personen besetzter VW-Bus mit Berliner Kennzeichen nahezu ungebremst auf den estnischen Sattelzug auf. Offenbar hatte die 58 Jahre alte Fahrerin den Lkw auf der rechten Fahrspur zu spät erkannt. Die beiden Insassen – neben der Frau saß ein 86-jähriger Mann –, hatten keine Überlebenschance.

Das Unfallfahrzeug schob sich nach Angaben von Polizeisprecherin Beate Sonnenburg durch die Wucht des Aufpralls bis über die Fahrzeugmitte unter den Sattelauflieger, dessen Unterkante auf Höhe der Fahrersitzbank liegt. Den alarmierten Rettungskräften bot sich ein Bild des Grauens. Die Fahrerin und der Beifahrer konnte nur noch tot aus dem VW geborgen werden. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Die Einsatzkräfte konnten aus dem Wrack einen schwarzen Hund retten. Eine Rettungsassistentin der Feuerwehr kümmerte sich um das verstörte Tier.

Die Polizei sperrte die Bundesautobahn zur Bergung und Unfallaufnahme vorübergehend vollständig in beiden Fahrtrichtungen komplett ab. Sachverständige der Dekra begutachteten den Unfallort und die beteiligten Fahrzeuge. Der Gesamtsachschaden wird auf 70.000 Euro geschätzt. In Richtung Berliner Ring (A10) musste die Autobahn für viereinhalb Stunden gesperrt bleiben. Die Polizei musste den Verkehr so lange bereits über die Anschlussstelle Storkow ableiten.

Sicherheitsabstand war zu gering

Eine Unfallserie auf dem südlichen Berliner Ring hatte den Stau und damit den tödlichen Unfall auf der A12 verursacht. In Fahrtrichtung Potsdam waren gegen 7.15 Uhr auf der A10 zwischen Niederlehme und Königs Wusterhausen (Dahme-Spree) ein VW Golf und ein Iveco-Transporter zusammengestoßen. Ursache war laut Polizei ein zu geringer Sicherheitsabstand. Beide Fahrer mussten leicht verletzt in Krankenhäuser eingeliefert werden. Drei weitere Wagen fuhren in die Unfallstelle, ohne dass Personen verletzt wurden. In dem entstehenden Rückstau kam es kurz nacheinander zu drei weiteren Auffahrunfällen, wodurch sich der Rückstau rasch erheblich vergrößerte. Gegen 9.30 Uhr ereignete sich nach Angaben eines Polizeisprechers am Stauende nochmals ein Unfall, bei dem zwei weitere Beteiligte leicht verletzt wurden.

Insgesamt seien an den Kollisionen auf dem Berliner Ring acht Fahrzeuge, darunter zwei Lastwagen, beteiligt gewesen. Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei auf 60.000 Euro. Die A10 musste von der Polizei für die Dauer der Rettungs-, Bergungs- und Reinigungsarbeiten zeitweise komplett sperren. Erst gegen 10 Uhr konnten sämtliche Fahrbahnen wieder freigegeben werden. Die Verkehrssituation normalisierte sich am frühen Nachmittag.

Bereits am frühen Morgen waren nördlich von Berlin auf der Autobahn A11 zwischen der Anschlussstelle Bernau-Süd und dem Dreieck Schwanebeck (Barnim) ein Ford und ein Opel-Transporter im Baustellenbereich kollidiert. Vier der Insassen wurden verletzt in Krankenhäuser in Bernau und Berlin eingeliefert.