Neuer Standort

ILA 2012 zieht in provisorische Hallen

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Katrin Schoelkopf

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA zieht um, von Schönefeld nach Selchow. Am neuen Standort muss erst noch gebaut werden, deshalb zieht die Schau in "temporäre Hallen".

Berlin und Brandenburg haben eine gemeinsame Gesellschaft gegründet, um den neuen Messestandort in Selchow für die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) ab 2012 zu entwickeln. Der Vertrag für die neue Messeimmobilien Selchow GmbH wurde bereits am 10. November unterzeichnet. Gesellschafter sind die Messe Berlin und die Zukunftsagentur Brandenburg.

„Mit der Gründung haben wir den entscheidenden Baustein gelegt, um die ILA ausrichten zu können“, sagt der Sprecher der Zukunftsagentur, Alexander Gallrein. Die Gründung war längst überfällig. Denn der Zeitplan für die Entwicklung des Messestandortes südwestlich vom Hauptstadtflughafen BBI ist äußerst eng, nachdem die Standortentscheidung für Selchow erst Anfang Juni 2010 getroffen worden war. ILA-Direktor Stefan Grave von der Messe Berlin aber sieht „alle Ampeln auf Grün“. „Die ILA wird zunächst in temporären Hallen stattfinden“, sagt Grave.

Die neue Gesellschaft wird 27 Millionen Euro in die Entwicklung des Messestandortes investieren.

Offen ist, ob die Messe wie geplant vom 19. bis 24. Juni 2012 stattfinden kann. Überlegt wird, den Termin zu verschieben, um mit der ILA nicht zu nah an die Internationalen Luftfahrtmesse im englischen Farnborough heranzurücken. Befürchtet wird, dass sich Luft- und Raumfahrtunternehmen, die bislang auf beiden Messen ausstellten, nun nur noch für eine Messe und zum Nachteil von Berlin entscheiden. Die Konkurrenzmesse in Großbritannien findet vom 9. bis 15. Juni statt.

Probleme gibt es auch noch mit Unternehmen, die auf dem künftigen ILA-Gelände Land von den Berliner Stadtgütern langfristig gepachtet haben. So will die B & B Recycling GmbH voraussichtlich gegen den Bebauungsplan für das neue Ausstellungsgelände klagen. Denn dem Unternehmen war von der Gemeinde Schönefeld, zu der Selchow gehört, zunächst im Oktober 2009 zugesagt worden, dass es seinen Betrieb erweitern kann. Ein Förderbescheid der Investitionsbank lag bereits im August 2009 vor. Mit der Standortentscheidung für die ILA aber zog die Gemeinde die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplan-Beschlusses „Recycling-Hof“ am 24. Juni 2010 zurück. Damit sind die Expansionspläne gestorben. Bürgermeister Udo Haase, der dem Unternehmen zunächst Hoffnungen gemacht hatte, als noch unsicher war, ob die ILA tatsächlich nach Selchow zieht, fühlt sich heute nicht mehr zuständig und verweist an die Messe. Dort heißt es nun: „Das Unternehmen kann an Ort und Stelle bleiben, es kann sich aber nicht vergrößern.“ Damit will sich die B & B Recycling GmbH nicht zufrieden geben und fordert eine Entschädigung in Millionenhöhe, um an einem anderen Ort zu expandieren.