Weitere zwei Eigentümer haben am Sonnabend die Uferwege ihrer Grundstücke mit Zäunen abgesperrt, weil sie deren öffentliche Nutzung verhindern wollen. Die Stadt Potsdam will dagegen den ehemaligen Postenweg der DDR-Grenztruppen rund um den Griebnitzsee offenhalten.

Von der neuerlichen Sperrungen sind laut Stefan Schulz, Sprecher des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD), insgesamt fünf Grundstücke betroffen. „Es handelt sich um etwa 150 Meter Weg, die nicht mehr zugänglich sind“, sagte Schulz. Da gegenwärtig kein gültiger Bebauungsplan existiere, seien der Stadt aber die Hände gebunden.

„Der Oberbürgermeister ist über die Aktion entsetzt“, so Schulz weiter. Die Grundstückseigentümer seien gegen sieben Uhr früh mit einem Tieflader auf ihre Grundstücke gefahren, um Steine zu verrücken und Drahtzäune zu errichten, die sie mit einem Wall aus Baumstämmen verstärkten. Dabei hätten sie den Zugangsweg der Stadt genommen und den Weg entlang der Mauergedenkstätte aufgewühlt. Der Oberbürgermeister habe deshalb Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. „Außerdem fordert Jakobs den Bund auf, endlich eine Entscheidung bezüglich des Verkaufs der Grundstücke der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu treffen“, sagte Schulz. Seit Herbst 2010 sei diesbezüglich nichts passiert. Das habe zur Eskalation des Streits geführt.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wollte einige ungenutzte Grundstücke am Griebnitzsee, die dem Bund gehören, an die Stadt Potsdam verkaufen. Die hätte den Uferweg dann offenhalten können. Potsdam hatte sich auch ein Vorkaufsrecht gesichert, die Gespräche waren weit gediehen. Doch dann stoppte die Bima die Verhandlungen überraschend, weil sich Anwohner meldeten, die die Grundstücke ebenfalls kaufen wollen. Seitdem stocken die Verhandlungen.

Rechtsanwalt Christoph Partsch bestätigte die neuerlichen Sperrungen. Partsch vertritt mehrere Eigentümer im Streit mit der Stadt Potsdam, die den öffentlichen Uferweg und das Betreten der Uferflächen bis zum Wasser sichern will.

kö