Potsdamer Uferweg

Erstes Stück am Groß Glienicker See ist fertig

Potsdams Oberbürgermeister Jakobs hat das erste Teilstück des umstrittenen Uferwegs am Südufer des Sees eröffnet. Der sandfarbene Weg erschließt die bisher unbefestigte Strecke zwischen der südlichen Seepromenade bis zur Straße am Seeblick. Glücklich sind darüber nicht alle.

Foto: Amin Akhtar

Der Streit um die Potsdamer Uferwege ist noch lange nicht beendet – doch die Stadt schafft Fakten: Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat am Dienstag einen ersten Abschnitt der geplanten „Uferlandschaft Groß Glienicker See“ eröffnet. Die Kosten für das Wegstück am Südende des Sees liegen nach Angaben der Stadt bei rund 70.000 Euro. In den kommenden Jahren will sie diesen Uferweg vollenden, dafür muss die Kommune sich aber mit den Anrainern einigen und ein jeweils drei Meter breites Wegstück übernehmen. „Entsprechende Kaufangebote gehen noch vor Ostern raus“, sagte ein Sprecher.

Betroffen seien 40 Grundstücksbesitzer. Sie haben nun bis 31. Mai Zeit für eine Entscheidung. Lehnen sie ab, will die Stadt dennoch nicht locker lassen und ein Enteignungsverfahren einleiten. Basis dafür ist ein Bebauungsplan für die Umgestaltung der früheren Patrouillenstrecke der DDR-Grenztruppen zu einem öffentlichen Uferweg. Anders als der Bebauungsplan für den Griebnitzsee, wo ein ähnliches Projekt geplant ist, hat der für den Groß Glienicker See einer gerichtlichen Prüfung standgehalten.

„Damit können wir auch konsequent gegen Sperrungen von Eigentümern am Uferweg vorgehen“, erklärte der Stadtsprecher. Seit etwa einem Jahr kommt es am Groß Glienicker See zu entsprechenden Aktionen. Am Griebnitzsee haben Anrainer damit bereits vor zwei Jahren begonnen. Die Stadt hat wenig Handhabe dagegen, weil ein gültiger Bebauungsplan für den dort geplanten Uferweg fehlt.

Den ersten Plan für die Patrouillenstrecke an diesem See hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 2009 für nichtig erklärt. Derzeit nimmt die Stadt einen zweiten Anlauf. Sie rechnet weiter mit Widerstand der Anrainer vom Griebnitzsee, die den öffentlichen Uferweg ablehnen. Diese hatten sich zuletzt vehement dagegen gewehrt, dass der Bund 51 Grundstücke an die Stadt verkauft. Trotz höheren Angebots der Privatleute bekam Potsdam für 3,26 Millionen Euro die ehemaligen Mauergrundstücke.