Ein Meer aus 1,4 Millionen Blumen, 1600 Kübelpflanzen und dazu 15 Hektar Rasen – die Landesgartenschau in Oranienburg hat 580.000 Besucher angelockt. „Das sind etwa 100.000 mehr als geplant und damit war es die bisher erfolgreichste Laga in Brandenburg“, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) zum Abschluss am Sonntag. Unter dem Motto „Traumlandschaften einer Kurfürstin“ konnten die Gäste sechs Monate durch Gartenzimmer und Barockwäldchen wandeln oder sich von Gauklern und Musikern verzaubern lassen. Am Sonntag überreichte Laesicke den Staffelstab an die Stadt Prenzlau (Uckermark), wo 2013 die nächste Laga Blumenfreunde begeistern will. Lustwandeln auf den Spuren der Kurfürstin
Leitfigur der 4. Brandenburger Landesgartenschau in Oranienburg war die gebürtige Holländerin Louise Henriette von Nassau-Oranien (1627-1667), die Ehefrau des Großen Kurfürsten. Ihr zu Ehren war die Stadt nördlich Berlins einst Oranienburg genannt worden, denn Louise Henriette hatte den Ort „wachgeküsst“: Das Schloss umgestaltet, Molkereien aufgebaut und Nutzgärten angelegt. Während der Gartenschau konnten die Besucher auf einer Fläche von 30 Hektar entlang von kleinen Grachten auf Spuren des Lebens der Kurfürstin und ihrer Träume von Liebe, Glaube oder Familie lustwandeln.
Sauerbraten und Würstchen für Blumenfreunde
30 Millionen Euro kostete die Gestaltung der Laga. Die Besucher aßen unter anderem 20.000 Portionen Sauerbraten, 15 Tonnen Kartoffeln, 26.000 Paar Wiener Würstchen und 20.000 Bockwürste.
25.000 Liter Bier wurden getrunken. Dass zum Schluss die heimlich erhoffte Marke von 600.000 Besuchern nicht geknackt wurde, lag laut Sprecher Frank Wendler an den verregneten letzten zwei Wochen und dem Berliner S-Bahn-Chaos.
Ein Teil der „Traumlandschaften“ in Oranienburg bleibt bestehen: Das Gelände soll zum „Schlosspark“ umgestaltet und Ostern 2010 wieder eröffnet werden. Am Montag beginnt den Angaben zufolge der Umbau des Areals. „Die Gartenzimmer, die Grachten, der Spielplatz und natürlich auch der Hafen bleiben erhalten“, sagte Laesicke. „Es soll ein Familienpark mit regelmäßigen Veranstaltungen werden.“ Vor allem mit dem neu geschaffenen Hafen hat die Stadt noch mehr vor: „Wir wollen Tor zur Mecklenburgischen Seenplatte werden.“
Die Laga hat nach Ansicht Laesickes für die Stadtentwicklung wichtige Akzente gesetzt. „Wir wollten nicht nur eine Leistungsschau der Gärtner, wir wollten das trostlose Zentrum der Stadt wiederbeleben.“ So habe man sich auf die barocken Grundrisse besonnen und unter anderem die Schlossbrücke wieder an den alten Standort verlegt sowie die Havel durch eine Promenade bereichert.
Die nächste Laga 2013 in der uckermärkischen Kreisstadt Prenzlau steht unter dem Motto „Die grüne Wonne“. Die Innenstadt mit Dominikanerkloster und Kirchen soll über eine grüne Uferpromenade zum Uckersee geöffnet werden.
dpa/sei

















