"Traumlandschaften einer Kurfürstin" - das ist der Titel der 4. Brandenburger Landesgartenschau 2009, die heute in Oranienburg beginnt. Und das Motto hält, was es verspricht. Auf dem 30 Hektar großen Gelände westlich des mehr als 350 Jahre alten Schlosses der Louise Henriette von Oranien, sie ist die Namensgeberin von Oranienburg, werden bis zum 18. Oktober über eine Million Blumen und Pflanzen blühen, 85.000 Stauden wachsen und Besucher an etwa zwei Kilometer langen Hecken flanieren können. Viermal in den 177 Laga-Tagen wird das Gelände den Jahreszeiten entsprechend neu erblühen.

Michael Steinland, Laga-Projektleiter, hat mit seinen Gärtnern die barocke Anlage des Schlossparks mit den Bosketten und dem Schlossteich aufgewertet sowie den Neuen Park als holländischen Garten gestaltet.

Der Neue Park, zu DDR-Zeiten ein Kasernenareal der Grenztruppen, wurde einer holländischen Polderlandschaft nachgebildet, in der seinerzeit die Kurfürstin zu Hause war. Insgesamt sind 1050 Meter Wasserkanal entstanden.

Träume der Kurfürstin in Bilder aus Pflanzen und Objekten

Louise Henriette von Oranien (1627-1667, Ehefrau des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg) wacht - aus farbig gestaltetem Bandstahl in zentraler Lage modelliert - über 17 quadratisch angelegte Gartenzimmer. Auf jeweils 900 Quadratmetern werden die Träume der Kurfürstin in Bilder aus Pflanzen, Blumen und Objekten umgesetzt. Es sind Fantasien, die von Eifer, Liebe, Glaube, Familie, Hoffnung, Herkunft, aber Lust, Geschick oder Luxus handeln.

Seit wenigen Tagen haben die Oranienburger einen Hafen. Am Kai hat eine auf der Malzer Werft nachgebaute luxuriöse holländische Staatsyacht aus dem 17. Jahrhundert festgemacht. Am Anlegeplatz wird es unter Palmen und Orangenbäumchen ein historisches Hafenerlebnis geben.

Als Dreiseithof sind daneben das Cateringzelt und zwei Hallen angelegt. In einer Halle, die klimatisch wie ein Gewächshaus ausgerüstet ist, werden 14 Blumenschauen gezeigt, die insgesamt 50 Gärtner in 14-tägigen Wechseln neu gestalten. In einem Infotreff halten Fachleute bis in den Herbst hinein 171 Fachvorträge über Pflanzen oder Gartengestaltung. Gegenüber der Blumenhalle werden in einer Kunsthalle Landschaftsbilder des 2006 in Bergsdorf verstorbenen Malers Kurt Mühlenhaupt gezeigt. Natürlich sind auch seine witzig gestalteten Gartenzwerge auf der Laga allgegenwärtig. Einige von ihnen spucken im großzügig angelegten Kinderspielbereich Wasser in einen Brunnen.

Theater, Pippi Langstrumpf und Blasmusik

Einen Daphne-Zyklus vor der Orangerie im Schlosspark zeigt der Bildhauer und Schriftsteller Wieland Förster, zu DDR-Zeiten Vizepräsident der Akademie der Künste. Täglich erleben die Besucher auf dem Gelände der Landesgartenschau Veranstaltungen wie barockes Heckentheater, Commedia dell' Arte, Lesungen im Park, Elfen und Kobolde im Traumwald, Clownerie auf dem Gelände, ein Kochstudio oder Musik am Hafen.

Zu den insgesamt 350 Auftritten bis zum Herbst zählen auch Gastspiele von Rumpelstil, einer Gruppe, die in der Waldbühne schon 20.000 Besucher begeisterte. Der Berliner Puppenkoffer, das Puppentheater Felicio oder Chapeau Claque - Pippi Langstrumpf und andere Helden, die Oranienburger Schlossmusik, aber auch das Stabsmusikkorps der Bundeswehr treten auf.

Die Gartenschau ist täglich von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Letzter Einlass: 18 Uhr. Dauerkarten kosten 70 Euro, Einzelkarten 12 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt, von 7 bis 17 Jahren 2 Euro. Ermäßigte Karten kosten 9,50 Euro, Gruppenkarten ab 20 Personen 11 Euro. Die S-Bahn der Linie 1 verkehrt alle 20 Minuten nach Oranienburg.

Weitere Infos im Internet: www.laga-oranienburg2009.de