Kabinettsentscheidung

Prenzlau richtet Landesgartenschau 2013 aus

Für die Landesgartenschau 2013 hatten sich neun brandenburgische Gemeinden beworben. Doch letztlich machte die uckermärkische Stadt Prenzlau das Rennen. Die Entscheidung fiel in der Landesregierung einstimmig. Doch für die Bundesgartenschau zwei Jahre später läuft es noch nicht optimal.

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Prenzlau wird Ausrichter der Landesgartenschau 2013. Die Stadt in der Uckermark habe einstimmig den Zuschlag erhalten, sagte Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) nach der letzten Kabinettssitzung des Jahres. Prenzlau habe ein sehr gutes Konzept für die städtebauliche und die Freiraumentwicklung vorgelegt. Zudem werde die uckermärkische Kommune bei ihrem Vorhaben von anderen Städten der Region wie Schwedt, Angermünde und Templin unterstützt. Das Kabinett sei zudem einhellig der Auffassung gewesen, dass Prenzlau und die strukturschwache Uckermark „deutliche Entwicklungsimpulse“ brauchten. In Zusammenhang mit der Gartenschau seien Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro geplant.

Für die Schau hatten sich neun Gemeinden beworben. Unterlagen hatten auch Beelitz, Strausberg, Lübben, Forst und Fürstenwalde eingereicht. Die Gartenschauen auf Landesebene werden seit 2000 veranstaltet. Nach anfänglichem Zwei-Jahres-Rhythmus findet die Schau inzwischen alle vier Jahre statt. Ausrichter waren bisher Luckau, Eberswalde und Rathenow. 2009 wird die Gartenschau von Oranienburg veranstaltet.

Zur Buga 2015 gibt es noch offene Fragen

Im Jahr 2015 soll zudem eine Bundesgartenschau (Buga) im Westen Brandenburgs stattfinden. Gemeinsam mit Havelberg in Sachsen-Anhalt wollen Städte wie Brandenburg/Havel, Rathenow und Premnitz eine Schau unter dem Motto „Von Dom zu Dom – Das blaue Band der Sympathie“ gestalten. Das Projekt ist aber noch nicht in trockenen Tüchern, wie Regierungssprecher Thomas Braune unterstrich. Die beteiligten Kommunen müssten unter anderem noch ein schlüssiges Verkehrskonzept vorlegen. Finanzminister Rainer Speer (SPD) hatte bereits am Wochenende unter Verweis auf konzeptionelle Unzulänglichkeiten ein Ausstiegsszenario für die Buga verlangt.

Die Havelregion hatte im November 2007 offiziell den Zuschlag für die Ausrichtung der Buga 2015 erhalten. Sie setzte sich dabei gegen den Konkurrenten Karlsruhe durch. Problematisch an dem Vorhaben sind die Entfernungen zwischen den Ausstellungsorten von bis zu 70 Kilometer. Der zuständige Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) legte dem Kabinett einen Zwischenbericht zum Stand der Planungen vor. Dabei verwies er nach Angaben von Braune auf mehrere noch offene Fragen. Diese beträfen das Verkehrskonzept und Risiken in den kommunalen Haushalten. Auch fehle es noch an einer Unterstützungszusage des Landes Sachsen-Anhalt.

Es wird mit 1,5 Millionen Gästen gerechnet

Nach Angaben von Braune beläuft sich das Gesamtinvestitionsvolumen für die Buga nach derzeitigem Stand auf rund 58 Millionen Euro. Die Ausrichter gingen von rund 1,5 Millionen Besuchern aus, die für eine Eintrittskarte 17,50 Euro zahlen sollen. Die Frage sei, wie die täglich rund 10.000 Gäste von einem Austragungsort zum anderen kommen. Woidke betonte, es müssten Lösungen wie ein Shuttle zwischen den Orten gefunden werden.

Der Minister fügte hinzu, das Land habe seine Hausaufgaben gemacht und stehe zu seinen Förderzusagen im Rahmen der bekannten Programme. Jetzt seien die Kommunen am Zug. Sie müssten ihre Planungen konkretisieren.

Nach Ansicht des Leiters des Buga-Aufbaustabes Michael Brandt sind die Vorbereitungen bereits weit fortgeschritten. Die vom Landesgutachter geforderte Risikovorsorge im Haushalt sei in der mittelfristigen Finanzplanung der Städte berücksichtigt worden. Derzeit liefen ressortübergreifend Gespräche über die Fördermöglichkeit von touristischen, infrastrukturellen und kulturellen Projekten. Bis Ende März 2009 könnten die nötigen Verträge geschlossen werden.

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