Truppenübungsplatz

Bundeswehr gibt Bombodrom-Gelände auf

Die Bundeswehr räumt nach Medieninformationen ihren Standort Wittstock komplett - auch den Truppenübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide. Damit haben die Bombodrom endgültig gewonnen. Zwar hatte die Bundeswehr das Bombrom längst aufgegeben, aber bisher eine militärische Nutzung offen gelassen.

Die Bundeswehr will offenbar ihre Pläne für eine militärische Nutzung des Bombodrom-Geländes in Nordbrandenburg ollständig aufgeben. Der Verteidigungsausschuss des Bundestages solle an diesem Mittwoch von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) über die Auflösung des Bundeswehrstandortes Wittstock und des Truppenübungsplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide informiert werden, berichtete die „Märkische Allgemeine Zeitung“.

Die Zeitung beruft sich dabei unter anderem auf einen regierungsinternen Schriftwechsel vom März. Darin informiere das Verteidigungsressort das Bundesfinanzministerium darüber, dass die Bundeswehr-Liegenschaften in Wittstock an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) übertragen werden sollen, hieß es weiter. Das Verteidigungsministerium habe dazu bislang nicht öffentlich Stellung genommen und lediglich bestätigt, dass der Verteidigungsausschuss am Mittwoch über beabsichtigte Schließungen nicht mehr benötigter Standorte informiert werden soll.

In Wittstock würden bereits Personalgespräche mit den 15 Bundeswehrsoldaten und den 79 Zivilangestellten des Standortes geführt, hieß es weiter. Offen bleibe dabei jedoch, wie die Sicherheit des hochgradig mit alter Munition verseuchten rund 142 Quadratkilometer großen Geländes gewährleistet werden soll, das früher von der sowjetischen Armee genutzt wurde.

Die Gegner des seit 1992 in der Kyritz-Ruppiner Heide geplanten Luft-Boden-Schießplatzes „Bombodrom“ hatten am 27. März 2009 nach 15-jährigem Rechtsstreit vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg den entscheidenden Sieg gegen das Verteidigungsministerium errungen. Das Gericht hatte der Bundeswehr in seiner Entscheidung schwerwiegende Planungsmängel bescheinigt und drei Urteile des Potsdamer Verwaltungsgerichts von 2007 bestätigt. Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte danach am 9. Juli 2009 das Aus für die „Bombodrom“-Pläne bekanntgegeben, allerdings eine anderweitige militärische Nutzung offen gelassen.