Ostermarsch durch Mitte

Hunderte marschieren in Berlin für den Frieden

Die Tradition der Ostermärsche jährt sich in Deutschland in diesem Jahr zum 50. Mal. Anders als in den 80-er Jahren kommen heute nur wenige. Am Ostersonntag führte der bundesweit größte Marsch mit rund 2000 Menschen auf das ehemalige Bombodrom. Die Berliner Pazifisten marschierten erst einen Tag später.

Foto: dpa

Mindestens 800 Menschen haben am Montag in Berlin-Mitte an einem Ostermarsch teilgenommen. Sie forderten auf Plakaten und Transparenten unter anderem den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, ein atomwaffenfreies Deutschland und das Verbot von Rüstungsexporten.

Die Demonstration war von der Friedenskooperative Berlin organisiert worden und führte vom Potsdamer Platz über die Mohren- und Behrenstraße zum Boulevard Unter den Linden. Dort vor dem Haus der Bertelsmann-Stiftung versammelten sich die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung. Während die Polizei von gut 800 Ostermarsch- Teilnehmern sprach, nannte eine Sprecherin der Organisatoren eine Zahl von rund 1500.

Bereits am Sonntag waren bundesweit tausende Menschen bei den traditionellen Ostermärschen unterwegs. Zum ersten Mal wanderten dabei auch mehr als 2000 Demonstranten über das Gelände des ehemaligen Bombodroms in der Ruppiner Heide in Nordbrandenburg.

Mehr als 300 Menschen demonstrierten laut den Organisatoren bei stürmischem Wetter vor dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel für einen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland. Nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative sind auf der Basis des Jagdbombergeschwaders Büchel die letzten US-Atombomben gelagert.

An weiteren Kundgebungen unter anderem im westfälischen Gronau, in Wittmund in Niedersachsen sowie in Köln nahmen trotz teilweise äußerst schlechten Wetters zwischen jeweils hundert bis 200 Menschen teil. Hunderte weitere Menschen waren laut dem Ostermarschbüro am zweiten Tag des dreitägigen Ostermarschs „Rhein-Ruhr“ unterwegs.

Die traditionellen Ostermärsche jähren sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Sie entstanden 1960 nach britischem Vorbild und etablierten sich als politische Protestaktion der bundesdeutschen Friedensbewegung gegen Atomwaffen. Besonders der NATO-Doppelbeschluss zur Stationierung von Kurz- und Mittelstrecken-Atomwaffen in der Bundesrepublik 1979 brachten den Ostermärschen Anfang der 80er Jahre großen Zulauf. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall des Ostblocks hat das Interesse an den Ostermärschen nachgelassen.