Ostermarsch

2000 Pazifisten wandern erstmals aufs Bombodrom

Obwohl die Bundeswehr ihre Pläne eines Bombenabwurfplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide aufgegeben hat, sind erneut Demonstranten zum Bombodrom gezogen. Mit rund 2000 Menschen waren es allerdings nicht mehr so viele wie in den letzten Jahren. Dafür demonstrierten sie zum ersten Mal direkt auf dem Gelände.

Mehr als 2000 Menschen haben am Ostersonntag in Nordbrandenburg auf dem Gelände des ehemaligen Bombodrom ein konkretes ziviles Nutzungskonzept für die Kyritz-Ruppiner Heide gefordert. Nach dem Aus für einen Bombenabwurfplatz auf dem Gelände im Juli 2009 sei dieser Schritt der Bundesregierung überfällig, sagte Barbara Lange von der Bürgerinitiative „Freier Himmel“. Sie forderten eine „Aufgabe aller militärischen Pläne“ für das 142 Quadratmeter große Areal.

Die diesjährige Osterwanderung stand unter dem Motto „Von der Heide soll Frieden ausgehen“. Erstmals in der 18-jährigen Geschichte des Protestes gegen die militärische Weiternutzung des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes fand die Demonstration auf dem Gelände selbst statt. Dazu hatte zuvor die Bundeswehr ihre Einwilligung gegeben, wie eine Sprecherin der Aktionsgemeinschaft „Freier Himmel“ sagte.

Mit der diesjährigen Aktion wollten die Veranstalter an die Tradition der bisherigen Ostermärsche in der Kyritz-Ruppiner Heide anknüpfen. Dabei stand von 1993 bis 2009 vor allem der Widerstand gegen den geplanten Tiefflugübungsplätz der Luftwaffe im Zentrum der Märsche, zu denen immer mehrere tausend Menschen - damals nach Fretzdorf - kamen.

Mehrere Initiativen hatten auch diesmal eingeladen, neben dem „Freien Himmel“ unter anderem die Unternehmervereinigung „Pro Heide“ und die Friedensinitiative Kyritz-Ruppiner Heide. Die 1992 gegründete Bürgerinitiative „Freie Heide“ hatte diesmal allerdings nicht zum Ostermarsch aufgerufen. Nach dem Verzicht der Bundeswehr auf die ursprünglichen Pläne hatte Iinitiative „angekündigt, keine weiteren Demonstrationen zu planen.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte im Juli 2009 nach jahrelangem Rechtsstreit seine Pläne für die Luftwaffe aufgegeben. Trotz zahlreicher Forderungen nach einem zivilen Nutzungskonzept, unter anderem durch die Landesregierungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, hat sich das Ministerium in Berlin bisher nicht auf eine Nutzungsart festgelegt.

Die Bundeswehr hat sich ausdrücklich die weitere Verwendung des Geländes für Heeresübungen offen gehalten. Bürgerinitiativen wollen deshalb weiter protestieren. Die nächste Demonstration soll es bereits in wenigen Wochen geben. Für den 1. Mai ist im mecklenburgischen Mirow eine symbolische Seebestattung des „Bombodroms“ geplant. Die Initiative „Freier Himmel“ hatte seit 2002 alljährlich am 1. Mai eine „Wasserdemo“ gegen den geplanten Luft-Boden-Schießplatz veranstaltet.