Kriminalität

Model nach Sex-Spielen tot aufgefunden

Ein mysteriöser Fall beschäftigt die Staatsanwaltschaft in Potsdam. Nach einem Foto-Shooting wurde die 20-jährige Anja P. tot in einem Motel in Beelitz gefunden. Der als suizidgefährdet geltende Tatverdächtige brachte die Polizei auf die Spur der Leiche. Möglicherweise wurde die Frau bei Sex-Spielen erwürgt.

Die Leiche einer 20-jährigen Frau ist in einem Motel in Beelitz-Heilstätten (Potsdam- Mittelmark) entdeckt worden. Ein 37-jähriger Verdächtiger erklärte, es sei zu einem Unfall gekommen, in dessen Folge seine Bekannte starb. Dies teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam, Kornelia Stephan, mit. Möglicherweise kam die Frau bei Sex-Spielen ums Leben. Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten werde in diese Richtung ermittelt, sagte Stephan am Mittwoch.

Er habe Anja P., mit der er sich am Wochenende zu Foto-Aufnahmen getroffen habe, nicht umbringen wollen, erklärte der aus Mainz stammende Michael F. bei der Vernehmung. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Offenbar wurde die Frau erwürgt. Ob Drogen im Spiel waren, ist bisher unklar. Die Obduktion erbrachte bisher keine klare Todesursache, auf die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung wird noch gewartet.

Stephan dementierte, dass die junge Frau gefesselt und geknebelt gewesen sei. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung sollen auf dem Bett Blutspuren gefunden worden sein. Der Naturwissenschaftler befindet sich wieder auf freiem Fuß.

Die Tote wurde nach Auskunft von Stephan am Montag in einem Appartement des Motels auf dem Areal der einstigen Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten gefunden. Stephan bestätigte zudem einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ vom Dienstag, wonach der Verdächtige angegeben hat, dass er sich nach dem Vorfall das Leben nehmen wollte. Die junge Frau und der 37-Jährige haben sich möglicherweise im Internet kennengelernt. Sie sollen sich erstmals in Beelitz-Heilstätten persönlich getroffen haben.

Der Verdächtige ist beim „Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg“ in Frankfurt/Main als Naturwissenschaftler angestellt, wie das Institut erklärte. Nähere Angaben machte es nicht. Der Mann befindet sich auf freiem Fuß. Laut "Märkischer Allgemeiner“ soll er Hobby-Fotograf mit einer „Schwäche für morbide Motive“ sein, die "Bild“-Zeitung sprach von einem Doppelleben als Fotograf in der Sado-Maso-Szene. Stephan wollte die Berichte nicht kommentieren.

Die Polizei hatte am Montagvormittag einen Hinweis erhalten, dass sich ein suizidgefährdeter Mann aus Mainz bei Beelitz aufhalten soll. Michael F. wurde schließlich in einem nahen Wald unverletzt gefunden und gab den Beamten den Hinweis auf das Motel-Appartement. Ein Notarzt habe aber nur noch den Tod der dort gefundenen Frau feststellen können, teilte die Polizei mit. Die 20-Jährige stammt aus dem Landkreis Teltow-Fläming.