Brandenburgs Wasserschutzpolizei erwartet in dieser Saison noch mehr Freizeitkapitäne. „Wir gehen davon aus, dass die Vermietungen im Chartergeschäft nochmals ansteigen“, sagte Jan Müller von der Wasserschutzpolizei in Potsdam. Die Verkehrsdichte auf den Gewässern werde damit noch höher. „Das erfordert Rücksicht und Verständnis“, betonte Müller.
Weil mit dem Zuwachs an ungeübten Skippern auch die Gefahr wächst, kontrolliert die Polizei verstärkt – auch zu Ostern. Angesichts des angekündigten guten Wetters rechnen die Beamten mit vielen spontanen Buchungen beispielsweise für Flöße.
Auf denen herrscht oft Partystimmung – was schnell gefährlich werden kann. Außerdem sind die Laien oft ungeübt und nicht vertraut mit dem Fahrzeug. „Darauf müssen sich die erfahrenen Bootsführer einrichten“, meinte Müller. Die Polizei wirbt um Verständnis: „Wenn ich eine kritische Situation kommen sehe, kann ich nicht auf Kollision fahren“, sagte Polizeioberrat Müller. Prinzipiell gilt: Binnenschiffe und Berufsschifffahrt haben immer Vorfahrt.
Toleranzgrenze eine andere als im Straßenverkehr
Bei Kontrollen will die Polizei besonders auf Raser und Alkoholsünder achten. Zur Geschwindigkeitskontrolle wird wie im Straßenverkehr Laser-Technik eingesetzt. Weil schon eine geringe Überschreitung der Geschwindigkeit zu einem gefährlichen Sog- und Wellenschlag führen könne, nehme die Polizei Überschreitungen sehr genau, betonte Müller. Die Toleranzgrenze sei bei der Schifffahrt eine andere als im Straßenverkehr.
Parallelen gibt es beim Thema Trunkenheit: Bei 1,1 Promille im Blut geht die Rechtsprechung in Brandenburg von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus. Bei einer Verurteilung kann dem Betroffenen neben dem Boots- auch der Autoführerschein entzogen werden.
2013 ertappte die Wasserschutzpolizei deutlich mehr Skipper mit Alkohol am Steuer als im Vorjahr. Die Zahl stieg nach Behördenangaben von 49 auf 75. Auch die Anzahl der Zwischenfälle, an denen Sportboote beteiligt waren, stieg landesweit auf 133 (2012: 119).
Insgesamt kontrollierten die rund 200 Beamten der Behörde von Mai bis Ende Oktober 2013 rund 25.000 Sportboote. Dabei hatte sie in fast 5000 Fällen etwas zu beanstanden. Bei den Berufsschiffern gab es bei 1200 kontrollierten Schiffen in fast 400 Fällen Mängel.
dpa/sei




