Kupferdiebe haben auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) in diesem Jahr einen Schaden von rund 100 000 Euro verursacht. Der zweitgrößte Friedhof Deutschlands sei Schauplatz einer bislang beispiellosen Serie von Kupferdiebstählen geworden, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Mittwoch mit.

Die Diebe hätten mit Gewalt Kupferabdeckungen und Verzierungen von Kapellen, Denkmälern und insbesondere des reichen Mausoleenbestands des Kirchhofs entwendet und die Bausubstanz geschädigt. Unter dem Motto „Rettet die Mausoleen“ will die Kirche daher an diesem Freitag die Öffentlichkeit über den Schaden informieren. Die Kirche hat eigenen Angaben zufolge nicht genug Geld für die Beseitigung der Schäden.

Zuletzt hatten Metalldiebe Ende September auf dem Friedhof zugeschlagen. Sämtliches Buntmetall wurde damals vom Dach eines kulturhistorisch wertvollen Grabmals aus dem 19. Jahrhundert abgeräumt, hatte teilte die Friedhofsverwaltung damals mitgeteilt. Der Schaden wurde auf bis zu 14.000 Euro geschätzt. Im Januar und März 2013 wurden die Kupferdächer von zwei Mausoleen und vom Christusdenkmal abmontiert und gestohlen.

Anlagen von Telekom und Bahn häufig betroffen

Der Südwestkirchhof wurde 1909 eröffnet, steht unter Denkmalschutz und ist von April bis September täglich von 7 bis 20 Uhr, von Oktober bis März täglich von 8 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Hier sind zahlreiche berühmte Persönlichkeiten beigesetzt.

Kupferdiebe sorgen bundesweit für Probleme. Vor allem Anlagen der Telekom und der Deutschen Bahn sind häufig betroffen. Hier stehlen Diebe kilometerweise Kabel, um an das Kupfer heranzukommen. Immer wieder wird dadurch der Zugverkehr lahmgelegt. Beide Unternehmen setzen inzwischen künstliche DNA ein, um die Kabel zu markieren. Die im UV-Licht leuchtende Flüssigkeit ist von der Polizei schnell zu erkennen und kann über den in ihr enthaltenen Code schnell dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden.