Brandenburg

Mini-Hubschrauber spürt Metalldiebe in Tagebauen auf

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Foto: Patrick Pleul / dpa

Auf der Jagd nach kostbaren Kupferkabeln scheuen Metalldiebe nicht vor Bahnanlagen und auch nicht vor Tagebauanlagen zurück. Doch der Betreiber Vattenfall wehrt sich.

Im Kampf gegen Metalldiebe setzt der Tagebaubetreiber Vattenfall nun auch einen Flugroboter ein. Der ferngesteuerte Mini-Hubschrauber sei mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und könne auch nachts Fotos von Verdächtigen aufnehmen und zum Sicherheitsleitstand am Standort Schwarze Pumpe übertragen, sagte Siegfried Haase, Leiter des Sicherheitsmanagements von Vattenfall, im Tagebau Jänschwalde. Dort präsentierte der Energiekonzern Beispiele seines Sicherheitskonzeptes.

Das Flugroboter-Pilotprojekt und andere Sicherheitssysteme sollen der Polizei helfen, Kupferdiebe schneller zu fassen. Zudem wurden Kabel zur Stromversorgung der Grubenpumpen mit künstlicher DNA markiert, vor Tagebau-Zufahrten Wälle aufgeschüttet und Diebstahlwarnanlagen an Trafostationen angebracht. „Falls sich hier Diebe zu schaffen machen, dreht sich eine Rundumleuchte und ein Hupenalarm wird ausgelöst“, sagte Haase.

Diese Information gehe an die eingesetzten Streifen, die sofort zum Tatort fahren könnten. Zudem könne dann der Flugroboter, der eine Reichweite von fünf Kilometern habe, zur Beobachtung der Täter eingesetzt werden. „Wir können diese Diebstähle nicht verhindern, aber mit technischen Mitteln eindämmen“, betonte Haase. Die künstliche DNA auf den Kabeln helfe der Polizei, Diebesgut konkreten Tatorten zuordnen zu können.

Hohe Schäden durch Metalldiebe

Metalldiebe hatten in den Tagebauen 2012 einen Schaden von 350.000 Euro verursacht, 2011 waren es 500.000 Euro. Das erweiterte Sicherheitskonzept soll auch auf die sächsischen Tagebaue von Vattenfall ausgedehnt werden. Erst zu Wochenbeginn hatten Unbekannte im benachbarten Tagebau Cottbus-Nord rund 1000 Meter Kupferkabel gestohlen, zertrennt und abtransportiert.

Vattenfall war 2012 eine Sicherheitspartnerschaft mit anderen Unternehmen und Metallhändlern eingegangen. Diese wurde von der Deutschen Bahn angeregt, die selbst ebenso wie die Deutsche Telekom seit langem gegen Metalldiebe kämpft.

So haben Kabeldiebe der Telekom nach Unternehmensangaben allein 2012 in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern einen Schaden von 700.000 Euro zugefügt. Bei der Deutschen Bahn verursachten Buntmetalldiebe im selben Jahr einen materiellen Schaden von rund 17 Millionen Euro. Allein in Berlin und Brandenburg entstanden nach Bahnangaben Kosten im einstelligen Millionenbereich.

( dpa/sei )