Brandenburgs Bauminister Jörg Vogelsänger (SPD) will 2014 bis zu acht Millionen Euro für den Abriss leer stehender Wohnungen bereitstellen. Am Mittwoch präsentierte er in Potsdam ein Sonderprogramm, das sich explizit an Städte mit bis zu 20.000 Einwohnern richtet.

Von 2002 bis 2009 sind vor allem in größeren Städten 50.000 Wohnungen abgerissen worden. „Danach hatten wir eine Delle. Von 2009 bis heute sind nur noch 9000 abgerissen worden“, erklärte Vogelsänger. Städte wie zum Beispiel Guben und Cottbus hätten Geld aus dem Stadtumbauprogramm I sogar zurückgegeben.

Da in kleineren Städten wie Lübben, Doberlug-Kirchhain oder Rüdersdorf aufgrund des demografischen Wandels aber immer mehr Plattenbauten leer stehen und diese Orte bisher nicht Nutznießer der Stadtumbauprogramme waren, sollen diese Summen 2014 diesen Kommunen verstärkt zur Verfügung gestellt werden. 18 kleinere Städte haben bereits ihr Interesse angemeldet.

Auch das Spreewald-Städtchen Peitz hat sich bereits bei Vogelsänger gemeldet. „Wir haben 260 leer stehende kommunale Wohnungen. Dazu kommen noch einmal 315 eines privaten Trägers“, erklärte Amtsdirektorin Elvira Hölzner. „Das Programm kommt deshalb wie gerufen, denn leer stehender Wohnraum geht ins Geld“, ergänzte Storkows Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD). In ihrem Städtchen im Landkreis Oder-Spree sind aktuell 230 Plattenbauwohnungen unbewohnt.

Unterhalt pro Jahr und Quadratmeter kostet einen Euro

Der Unterhalt pro Jahr und Quadratmeter wird vom Bauministerium mit einem Euro veranschlagt. „Die Hilfe jetzt wird uns ganz stark entlasten“, freute sich Schulze-Ludwig. 2000 Wohnungen sollen mit dem Sonderprogramm landesweit in den kleinen Städten jetzt abgerissen werden.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) nannte Vogelsängers Sonderprogramm einen sinnvollen Schritt. „Es sollte zusätzlich ermöglicht werden, in kleineren Gemeinden auch langfristig leer stehende ortsbildprägende Gebäude mit Hilfe der Förderung abzureißen“, teilte BBU-Vorstand Maren Kern mit. Auf diese Weise könnte auch Wohnungsunternehmen geholfen werden, deren Bestände auf mehrere kleine Gemeinden verteilt sind. Bisher war eine Unterstützung aus dem Städteumbau Ost ausgeschlossen.

Vogelsänger wies daraufhin, dass die acht Millionen Euro nur für das Förderjahr 2014 zur Verfügung stehen. Ab 2016 erwartet der Bauminister aufgrund des demografischen Wandels einen weiteren Rückgang der Bevölkerungszahl. Daher werde in den größeren Städten wieder mehr Geld für den Abriss gebraucht.

dpa/mim