Hochwasser

Flutwelle rollt über die Elbe nach Brandenburg

Mit den steigenden Pegelständen in Brandenburg kommen Erinnerungen an frühere Rekordfluten hoch. An Schwarzer Elster, Spree und Elbe werden höhere Wasserstände als 2002 erwartet.

17.00 Uhr: Der Deich in Wittenberge ist nur für 7,45 Meter ausgelegt

Gewaltige Wassermassen drücken in der Elbe von Sachsen aus nach Brandenburg. In Wittenberge, im Norden des Landes, wo die Elbe die Landesgrenze zu Niedersachsen bildet, kommt Bernd Lindow aus der ersten Sitzung des Brand- und Katastrophenschutzzentrum des Landkreises. „Die Lage ist äußerst ernst“, sagt der Chef der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Prignitz. Er rechnet am Pegel Wittenberge mit der Rekordmarke von 7,50 Meter für Sonntag. Das wären 14 Zentimeter mehr als beim jüngsten Hochwasser Ende Januar 2011. Ausgelegt ist der frisch sanierte Deich aber nur für 7,45 Meter – plus einem Meter zur Sicherheit.

16.22 Uhr: Sorge, dass Mühlberg geflutet wird

„Von den Prognosen her könnte die Elbe bei Mühlberg wieder so hoch steigen wie 2002, also etwa zehn Meter“, sagt Wolfgang Genehr, Abteilungsleiter im Landesumweltamt Cottbus. „Wenn der Wasserstand auf 10,15 Meter wächst, wird Mühlberg überflutet.“ Noch fehlen an dieser Marke fast zwei Meter. Ob es dann aber ebenso wie damals ein „Wunder von Mühlberg“ gibt, bleibt offen. Bei der Jahrhundertflut vom August 2002 stieg das Wasser bei Mühlberg bis auf die Rekordmarke von 9,98 Meter. Doch die aufgeweichten Deiche hielten dem Druck stand, eine Katastrophe konnte verhindert werden.

15.21 Uhr: Sandsäcke füllen für den Notfall

Seit Dienstag, 11 Uhr, füllt am Kindergarten in Wahrenbrück (Landkreis Elbe-Elster) ein Dutzend Freiwillige Sandsack nach Sandsack. Gezählt haben sie die Säcke nicht; ein oder zwei Stunden wollen sie noch durchhalten, bis die Ablösung kommt. Man ist gespannt, wie die nächsten Tage werden. Das Hochwasser von 2010 hat man noch vor Augen und weiß, wogegen man kämpft.

Nur ein paar Meter weiter wohnt Rüdiger Mirbach in einer historischen Mühle. Er weiß noch genau, wie hoch das Wasser 2010 stand: "Der komplette Mühlenhof war 60 Zentimeter überflutet. Jetzt haben wir zum Glück zehn Paletten mit je 25-30 Sandsäcken bekommen."

Am Nachmittag finde die nächste Krisensitzung im Rathaus von Wahrenbrück statt, danach sollen die neuen Prognosen bekanntgegeben werden. "Dann fangen wir an mit den Sandsäcken, zwei Reihen, einen Meter hoch", sagt Mirbach. Das Wasser der Kleinen Elster, dem Nebenfluss der Schwarzen Elster, steht jetzt schon wieder nur wenige Zentimeter vor seinem Gatterzaun. "Und der Pegel soll ja weiter steigen..."

14.57 Uhr: Pegel in Spremberg vier Mal höher als sonst

Aktueller Wasserstand in Spremberg ist 4,08 Meter, etwa viermal höher als normal. Das Landesumweltamt hat die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen. Immerhin hat es aufgehört zu regnen. Die Spremberger nutzen die ersten Sonnenstrahlen zum Hochwassergucken. Das ZDF ist auch da.

Die historische Altstadt liegt als Insel zwischen Großer und Kleiner Spree. Das Wasser gurgelt als brauner Strom unter den Brücken durch, treibt Äste und Müll mit sich. Eine 77-jährige Dame erinnert sich an ein Hochwasser in den 50er-Jahren, als das Wasser bis in die Häuser lief. "So schlimm wird es diesmal hoffentlich nicht werden", meint sie. Die anderen Passanten nicken. Noch empfinden sie das Hochwasser nicht als bedrohlich. "Das haben wir doch jetzt jedes Jahr", sagt ein Mann, "seit sie die Tagebaue hier in der Umgebung dichtgemacht haben steigt auch das Grundwasser."

14.14 Uhr: Normalität in Bad Liebenwerda

Am Elsterdamm in Bad Liebenwerda steht Bärbel Jäger auf der Brücke über der Schwarzen Elster und blickt auf die braune Brühe unter ihr. Ihr Sohn arbeitet bei der Feuerwehr und sei eben darüber informiert worden, dass noch heute möglicherweise Katastrophenalarm ausgelöst werde. "Alarmstufe vier haben wir ja jetzt schon, aber bei Katastrophenalarm müssen dann wirklich alle Kräfte raus", sagt Jäger.

Sie selbst wohnt im Neubaugebiet von Bad Liebenwerda, das sei vor den steigenden Fluten der Schwarzen Elster sicher. "Und ich wohne im obersten Stockwerk, da muss ich mir also sowieso keine Sorgen machen." Wenn es Bad Liebenwerda treffe, dann die tiefer liegende Innenstadt. "Und von Polen und Tschechien kommt ja noch eine ganze Menge Wasser runter..."

Momentan geht das Leben in Bad Liebenwerda seinen gewohnten Gang, besondere Vorsichtsmaßnahmen sieht man nicht, die Innenstadt ist normal besucht, der Verkehr fließt.

360 Grad Panorama Hochwasser Bad Liebenwerda

13.44 Uhr: Platzeck beruhigt: „Keine Panik“

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat vor Panikmache und Hysterie beim Hochwasser gewarnt. „Es gibt keinen Anlass, Angst zu verbreiten“, sagte er am Dienstag in Perleberg (Landkreis Prignitz) bei einem Besuch im Brand- und Katastrophenschutzzentrum des Landkreises.

Es werde aber ein starkes Hochwasser und das Jahrhunderthochwasser von 2002 übertreffen. „Ich glaube, wir sind gut gewappnet“, betonte er. Alles was getan werden konnte, sei getan worden. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Sicherungsmaßnahmen für den Hochwasserschutz getroffen worden.

13.37 Uhr: Experten erwarten Rekord-Pegel von 7,50 Meter

Der Pegelstand der Elbe bei Wittenberge (Prignitz) steigt weiter und wird nach Expertensicht am Sonntag den Wert vom Jahrhunderthochwasser 2002 übertreffen. Gerechnet werde mit 7,50 Meter, 2002 waren es 7,34 Meter, sagte der Leiter der unteren Wasserbehörde, Bernd Lindow, der „Märkischen Allgemeinen“. Derzeit herrscht noch Alarmstufe 1. In der Regel ist die Elbe an der Stelle nach Angaben des Bundesamtes Wasser- und Schifffahrtsverwaltung etwa 2,50 Meter hoch.

Wann der Scheitelpunkt in Wittenberge erreicht wird, ist noch unklar. Zunächst wurde der Scheitel der Moldau im Laufe des Tages in Prag erwartet. Das später mit der Elbe zusammenlaufende Hochwasser gelangt dann in drei bis vier Tagen nach Dresden. Mit weiteren Tagen Verzögerung erreicht das Wasser dann Wittenberge.

Nach der Vorhersage des Hochwassermeldezentrums in Potsdam wird am Donnerstag dort mit der Alarmstufe 4 gerechnet. Dann wird der Pegel voraussichtlich bereits 7,30 Meter anzeigen. Derzeit steht das Wasser des Flusses etwa 5,25 Meter hoch und es gilt Alarmstufe 1. Innerhalb von 24 Stunden von Montag 6 Uhr bis Dienstagmorgen schwoll das Wasser des Flusses nach den Angaben um 19 Zentimeter an.

13.31 Uhr: Folgen des Hochwassers in Brandenburg gering

Die Folgen des Hochwassers für die Menschen in Brandenburg werden nach Einschätzung der Landesregierung gering ausfallen. „Wir gehen davon aus, dass die Deiche halten werden“, sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Dienstag nach einem Besuch des Hochwasser-Lagezentrums im Landkreis Elbe-Elster. An der Elbe sei viel in die Deichsanierung investiert worden. Deshalb seien Schwachstellen behoben, die in den vergangenen Jahren Probleme bereitet hatten.

Hochwasserschutz sei eine „Generationenaufgabe“, sagte Tack. Aktuell müssten weitere Bauarbeiten aber unterbrochen werden und alle Deichbaustellen – wie etwa die in Mühlberg (Kreis Elbe-Elster) – gesichert werden. „Baustellen sind bei Hochwasser Schwachstellen“, sagte die Ministerin.

13.07 Uhr: „Wenn es schlimmer wird, hauen wir ab“

Am Stadthafen in Mühlberg an der Elbe treffen sich die Anwohner und diskutieren die neusten Entwicklungen der Elbe - und wundern sich über die Ruhe: "Ich staune, dass immer noch keine Sandsäcke aufgefüllt werden und die Feuerwehr hier noch nicht im Einsatz ist - so wie 2002", sagt ein älterer Mann.

"Noch ist die Lage überschaubar", entgegnet ein anderer. "Die große Welle kommt ja jetzt erst noch. Bei zehn Metern schwappt das hier direkt drüber weg - das ist dann schon beängstigend."

Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel habe vorhin die Alarmstufe 4 für ihren Ort ausgerufen. "Wenn es noch schlimmer wird, hauen wir ab. Wie 2002, da sind wir zu meiner Tochter nach Meißen geflüchtet."

13.03 Uhr: Stündlich kommt das Wasser näher

Heinz Frühmann (78) geht alle habe Stunde kontrollieren, ob das Wasser schon in seinem Garten steht. Er wohnt in Kantdorf, einem niedrig gelegenen Stadtteil von Spremberg. Am Montagabend habe die Stadt die Anwohner angerufen und gewarnt, nach der Öffnung in Bautzen sei das Hochwasser am heutigen Dienstag früh bis mittags zu erwarten. Die Anwohner sollten die Keller sichern. Heinz Frühmann hat keinen, hat aber dennoch Sandsäcke gefüllt für den Fall, dass das Wasser bis zu seinem Haus steigt. Momentan steht es fast am Gartenzaun, alle halbe Stunde rückt es rund zehn Zentimeter näher.

13.00 Uhr: Ruderverein in Mühlberg unter Wasser

Der Ruderverein in Mühlberg steht komplett im Elbwasser. Zwei Passanten wollen die Uferstraße mit ihren Rädern befahren, stoppen dann an der Wasserkante und rufen: "Gestern sind wir hier noch durchgekommen - heute steht das Gebäude im Wasser."

12.50 Uhr: Bis zu 26.000 Menschen von der Flut betroffen

An zwei Stellen streift die Elbe das Land Brandenburg: im südlichen Landkreis Elbe-Elster und in der Prignitz im Nordwesten. Nach Angaben der Landesregierung können in Brandenburg bis zu 26.000 Menschen auf rund 26.300 Hektar Fläche von Hochwasser an der Elbe und ihren Nebenflüssen betroffen sein.

Insbesondere die Mündungsbereiche von Havel, Stepenitz, Löcknitz und Karthane in der Prignitz gelten als kritisch. Zum Schutz der Einwohner säumen Deiche auf rund 141 Kilometern Länge die Flüsse, davon stehen etwa 76 Kilometer direkt an der Elbe. Im Landkreis Elbe-Elster liegt ein weiterer Hochwasserschwerpunkt rund um die Elbe im Bereich Mühlberg. Dort schützen 15 Kilometer Deichanlagen Siedlungen und Industriestandorte.

12.41 Uhr: Turnhalle steht für Flutopfer bereit

Die aus Sachsen kommenden Wassermassen der Spree bedrohen auch Spremberg (Kreis Spree-Neiße). Im Stadtgebiet hat der Fluss nach Angaben des Landesumweltamtes den Wert der höchsten Alarmstufe 4 erreicht. Der Wasserstand stieg auf vier Meter, etwa viermal höher als sonst. Zum Schutz von niedrig gelegenen Stadtteilen sollen Notdeiche beitragen, sagt Bürgermeister Klaus-Peter Schulze (CDU). Zwei Schutzbarrieren aus Sandsäcken in der Nähe des Flussufers sind schon fertig, eine dritte ist im Bau. An den Arbeiten sind mehr als 70 Feuerwehrleute und andere Helfer beteiligt. Für den Fall einer Evakuierung soll eine Turnhalle für die betroffenen Menschen hergerichtet werden.

12.25 Uhr: Braune Brühe schwappt nach Berlin

Grund für die Eintrübung der Spree ist das braune Wasser, das seit der Öffnung der Talsperre am Montag in Bautzen jetzt nach Spremberg fließt. Weil seit heute auch die hiesige Talsperre mehr Wasser ablassen muss als sonst, wird die braune Brühe bald auch in Berlin ankommen. Sie sieht nicht schön aus, ist für Menschen aber nicht gesundheitsgefährdend.

12.10 Uhr: Stausee tritt über die Ufer

Der Stausee der Spree-Talsperre in Spremberg ist leicht über die Ufer getreten. Wie hier am Campingplatz Spreecamp Klein Döbbern sind vielerorts Stege und Uferwege überflutet. Sorgen macht den Anliegern hier vor allem das kalte Regenwetter. Es sind kaum Gäste da. Die Badequalität des Seewassers sei unbedenklich, sagt Hygienegenieurin Gabriele Gottschlik vom Gesundheitsamt des Landkreises Spree-Neiße. Allerdings hat sie heute nur noch 13.8 grad Wassertemperatur gemessen und eine Sichttiefe gerade mal einem halben Meter. Normal wären etwa 17 Grad und zwei Meter Sichttiefe.

12.06 Uhr: Menschen dürfen Deiche nicht mehr betreten

Der Katastrophenstab des Landkreises Elbe-Elster wird in den kommenden Minuteneine Verfügung veröffentlichen, wonach das Betreten der Deichanlagen fürPrivatpersonen ab sofort und bis auf Widerruf verboten ist. "Wir wolleneine übermäßige Belastung der Deiche vermeiden, die sind durch den vielenNiederschlag sowieso schon aufgeweicht. Außerdem besteht natürlich für dieBürger beim Betreten unmittelbare Gefahr", sagt Landrat Christian Jaschinski.

12.01 Uhr: Die große Welle kommt noch

In Mühlberg wurde am Morgen eine "technische Einsatzleitung" eingerichtet, die zum Einsatz kommt, wenn die örtlichen Behörden ihre Hilfe anfordern. In Dresden sei die Alarmstufe 4 bereits ausgerufen. "Die Welle aus Dresden wird auch Mühlberg erreichen, bislang ist noch unklar, wann das genau passiert", so Christian Jaschinski, Landrat des Kreises Elbe-Elster. Darüber hinaus stelle man sich auf eine weitere Welle ein, die derzeit noch in Tschechien ist. "Die Kollegen im Nachbarland konnten aber bislang keine präzisen Angaben über den zeitlichen Ablauf machen."

Zur Zeit gebe es Hilfsangebote von Einzelpersonen und Gruppen, es bestünde aber noch keine Notwendigkeit, die Einsatzkräfte reichten noch aus.

11.58 Uhr: Hochwasser von 2002 könnte übertroffen werden

In Mühlberg an der Elbe ist die Prognose schwierig. Dort gilt bislang Alarmstufe 3, der Pegel steht derzeit bei 8,16 Metern. Ein Höchststand von etwa 10,10 Metern wird erwartet - das würde die Pegelstände des Elbhochwassers von 2002 übertreffen. "An einigen Stellen reichen die Deiche schon jetzt nicht mehr aus und müssen aufgekantet werden", sagt Landrat Jaschinski.

11.55 Uhr: Dutzende Deichläufer auf Kontrollgang

Landrat Jaschinski berichtete von 40 Deichläufern, die momentan im Einsatz sind. Der Katastrophenstab habe in der Sitzung Alarmstufe 4 für die Schwarze Elster bis zur Kreisgrenze Oberspreewald-Lausitz ausgerufen - das macht intensive Kontrollgänge an den Deichen notwendig.

11.52 Uhr: Zehn Meter Höchststand an der Elbe erwartet

Christian Jaschinski erwartet für Mühlberg an der Elbe Rekordpegelstände von mehr als zehn Metern. Mit der Welle aus Dresden wird ab morgen gerechnet.

11.40 Uhr: „Niemand hat mit einem erneuten schweren Hochwasser gerechnet“

Anita Tack sagt: "Die Situation ist angespannt. Die Schwarze Elster hat in großen Teilen mittlerweile die Alarmstufe 4 erreicht. Die Erfahrungen des letzten Hochwassers von 2010 sind bei allen Beteiligten noch präsent, alle wissen, was zu tun ist. Wir haben ein Bürgertelefon geschaltet, das über die aktuelle Hochwasserlage informiert; die Nummer ist rund um die Uhr geschaltet. Wir haben in den letzten Jahren viel in den Hochwasserschutz im Land investiert, aber so schnell hat niemand mit einem erneuten schweren Hochwasser gerechnet."

11.30 Uhr: Krisenstab tagt

Bis eben hat der Katastrophenstab des Landkreises Elbe-Elster in Herzberg getagt. Landrat Christian Jaschinski (CDU) und die Umweltministerin des Landes Brandenburg, Anita Tack (Linke) informierten sich im Beisein von Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden über die aktuelle Situation.

10.50 Uhr: Wasserstand der Elbe um zwei Meter gestiegen

In Mühlberg ist der Pegelstand der Elbe seit Sonntag um mehr als zwei Meter auf rund acht Meter gestiegen. Die Wassermassen gefährden dort eine Baustelle an einer Elbbrücke.

10.47 Uhr: „Deiche weich wie Pudding“

Unter der Leitung von Landrat Christian Jaschinski (CDU) findet seit 10 Uhr im Ordnungsamt des Landkreises Elbe-Elster eine erste interne Lagebesprechung zur aktuellen Situation statt. Anschließend fährt Jaschinski weiter nach Mühlberg an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Dort fließt die Elbe, und bislang gilt dort noch Warnstufe 2; der Pegel steigt aber beständig. "Die Deiche dort laufen voll und sind mittlerweile weich wie Pudding", meint ein Radioreporter.

10.20 Uhr: Talsperre in Bautzen läuft voll

Immer mehr Wassermassen strömen aus Sachsen in Richtung Brandenburg. An der Spree droht die sächsische Talsperre Bautzen überzulaufen. Für Spremberg und Umgebung bedeute dies Hochwasser-Alarmstufe 4, teilt das Landesumweltamt mit.

10 Uhr: Es wird knapp am Deich

In Herzberg ist für die Schwarze Elsternoch etwa 1,5 Meter Platz bis zur Deichgrenze.

9.54 Uhr: Wasserstandsmeldungen hallen über die Straße

In Herzberg ist das Hochwasser Gesprächsthema Nummer eins. Die Einwohner bleiben auf der Straße stehen und tauschen sich mit den neuesten Wasserstandsmeldungen aus; „in Bad Liebenwerda haben wir jetzt schon Stufe 5“, ruft ein Mann aus dem ersten Stock seiner Wohnung einer Bekannten auf der Straße zu.

9.50 Uhr: Vom Schreibtisch zum Deichläufer

Jenny Kuring (31) und Sabrina Numerd (23) haben ihre Schreibtische in der Stadtverwaltung verlassen und sind heute seit 9 Uhr als Deichläufer an der Schwarzen Elster unterwegs. Bis zur Ablösung um 11 Uhr inspizieren sie akkurat die Deichwände zwischen alter Bahnbrücke in Herzberg und Kaxdorf. Für diese Aufgabe haben sie sich extra neue Gummistiefel zugelegt. Dienstag und Mittwoch seien die beiden riskanten Tage in der Region, habe man ihnen bei einer kurzen Einführung gesagt.

9.40 Uhr: Platzeck und Tack sind im Hochwassergebiet unterwegs

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Umweltministerin Anita Tack (Linke) sind im Brandenburger Hochwassergebiet unterwegs. Platzeck wird am Vormittag in der Prignitz erwartet. Dort will sich der Regierungschef im Landratsamt in Perleberg mit den Verantwortlichen des Lagezentrums über die Situation an der Elbe beraten, deren Pegelstände steigen.

Außerdem besucht Tack das Lagezentrum des Elbe-Elster-Kreises in Herzberg. Dort wird an der Schwarzen Elster mit der höchsten Alarmstufe gerechnet. An der Spree in Spremberg werden tiefe Stellen der Stadt mit Sandsäcken befestigt.

9.30 Uhr: Höchste Alarmstufe in Bad Liebenwerda

Die Flüsse in Brandenburg schwellen weiter an. Das Hochwasser aus Sachsen erreichte vor allem die Schwarze Elster und die Spree. In Bad Liebenwerda (Kreis Elbe-Elster) stieg die Schwarze Elster bis zum Dienstagmorgen auf die höchste Alarmstufe 4.

Im Laufe des Tages rechnet das Landesumweltamt damit, dass auch an der Schwarzen Elbe in Herzberg, an der Elbe in Mühlberg und an der Spree in Spremberg diese Stufe erreicht werden könnte. Der höchste Wasserstand wird allerdings erst für Mittwoch erwartet.

9 Uhr: Sandsäcke werden in Cottbus gefüllt

An vielen Orten im Land bereiten sich die Menschen auf die Hochwasserwelle vor. In Cottbus sollen 30.000 Sandsäcke gefüllt werden.

Auch der Spree haben die Verantwortlichen auf die Wassermassen reagiert. So soll mehr Wasser aus der sächsischen Talsperre Bautzen abgeleitet werden, um deren Überlaufen zu verhindern.

Ein ähnliches Bild bietet sich an der Talsperre Spremberg: Hier soll mehr Wasser in die nach Cottbus fließende Spree abgelassen werden. Sonst könne hier der Damm brechen, hieß es aus dem Landesumweltamt.

8.30 Uhr: Wasserstand hat sich verdoppelt

Nicht nur im Süden steigt das Wasser an. An der Elbe im Norden Brandenburgs hat sich der Wasserstand in Wittenberge (Prignitz) binnen einer Woche auf sieben Meter verdoppelt.

Keine Probleme mit Hochwasser gibt es bisher an der Oder. Sie war 1997 beim sogenannten Jahrhunderthochwasser besonders betroffen. Das Wasser steigt aber auch an Oder und Neiße. In Eisenhüttenstadt (Land Oder-Spree) wurde am Dienstagmorgen der Richtwert für die niedrigste Alarmstufe 1 überschritten.

Die Situation in Brandenburg wird am Dienstag voraussichtlich nicht durch Regen erschwert. Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam sagte einen sonnigen Tag voraus.

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