Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg hat rund 170 vernachlässigte Pferde zu Recht in Obhut genommen. Das entschied das Verwaltungsgericht Potsdam am Donnerstag in einem Eilverfahren. Damit blieben Beschwerden der Halter erfolglos.

Das Veterinäramt hatte im März 2013 die verwahrlosten und ausgehungerten Pferde von einem Hof in Linow bei Rheinsberg in Sicherheit gebracht. Die Halterin und ein Landwirt aus der Uckermark sollen die Tiere nur unzureichend versorgt haben.

Gegen beide war ein Halte- und Betreuungsverbot ausgesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen sie wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Die beiden wehren sich jedoch gegen die Vorwürfe.

Nach Überzeugung des Verwaltungsgericht Potsdam hat das Veterinäramt jedoch korrekt gehandelt. Es bestünden keine Zweifel daran, dass die Frau „wiederholt und gröblich“ gegen ihre Pflichten als Pferdehalterin beziehungsweise -betreuerin verstoßen habe, so die Richter.

Die Pferde sind auf verschiedenen Höfen in der Region untergebracht. Der Kreis will sie nach Möglichkeit verkaufen.

Nach Angaben von Kreisveterinär Matthias Rott kostet die Versorgung der Pferde monatlich knapp 50.000 Euro. Der Kreis versucht, das Geld von den Haltern zurückzubekommen. Die Aussichten sind aber eher gering. An den Landwirt können sich die Behörden dabei nicht wenden. Laut Verwaltungsgericht Potsdam hatte der Mann zum Zeitpunkt der Wegnahme keine Rechte mehr an den Tieren.

dpa/sei