Die Versorgung der knapp 160 vernachlässigten und deshalb sichergestellten Pferde von einem Hof in Linow (Land Brandenburg) wird den Landkreis Ostprignitz-Ruppin Tausende Euro kosten.
„Es ist anzunehmen, dass die Verwaltung auf den Kosten sitzen bleibt“, sagte Amtstierarzt Matthias Rott. Nach ersten Schätzungen des Pferdezuchtverbandes Berlin-Anhalt liegt der Wert der Tiere bei jeweils 200 bis 300 Euro. „So viel kostet allein die bisherige medizinische Behandlung“, sagte Rott.
Dennoch sollen die Pferde nicht zu den Besitzern zurückgebracht werden. Entsprechende Bescheide seien verschickt worden, so Rott. Der Amtstierarzt rechnet jedoch mit einem langwierigen Rechtsstreit.
Pferde werden untersucht, geimpft und geschätzt
Die Tiere bleiben solange in der Obhut des Kreises. Nach und nach werden sie untersucht, geimpft und geschätzt. Am vergangenen Freitag waren 29 Pferde in Braunsberg begutachtet worden. An diesem Mittwoch soll eine weitere Aktion mit etwa 60 Tieren in Linow folgen.
Neben dem Kreisveterinäramt ermittelt die Staatsanwaltschaft Neuruppin wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Betreiberin (52) des Hofes in Linow und ein Landwirt (60) aus der Uckermark. Beide sind den Behörden zufolge schon mehrfach aufgefallen. Gegen sie wurde jeweils bereits ein Halte- und Betreuungsverbot ausgesprochen.
Den Experten hatte sich ein erschreckendes Bild bei der Entdeckung der Pferde vor einer Woche geboten. „Die Tiere hatten gar kein Futter mehr gehabt und ihren eigenen Kot gefressen“, sagte Rott vor einigen Tagen.
dpa/sei



