Knapp dreieinhalb Wochen nach einem tödlichen Hubschrauber-Unfall am Berliner Olympiastadion hat die Bundespolizei erneut einen Einsatz aus der Luft trainiert.
Bei der Polizeiübung wurde am Dienstag in Brandenburg/Havel ein neues Verfahren zur Wasserrettung erprobt. Dabei kam der Rettungshubschrauber Christoph 35 zum Einsatz, der am Klinikum Brandenburg stationiert ist. Gemeinsam mit Feuerwehrleuten sowie der Johanniter-Unfallhilfe übte die Polizei, wie Menschen aus der Luft aus einem Gewässer gerettet werden können.
Für eine Schrecksekunde sorgte, dass sich das Seil eines Retters beim Ausstieg am Hubschrauber verhedderte – doch es verlief alles glimpflich. Pilot Mathias Bissel von der Bundespolizei-Fliegerstaffel Blumberg zeigte sich trotz des nicht reibungslosen Ablaufs zufrieden mit dem Test. „Dadurch ist deutlich geworden, was wir verbessern müssen“, sagte er. Die Situation habe gezeigt, dass das Seil mit einer Länge von 15 Metern zu kurz gewesen sei. Künftig werde ein längeres Seil eingesetzt.
Verbesserte Rettung aus Gewässern geprobt
Mit der Übung sollte eine verbesserte Rettung aus Gewässern geprobt werden. Dabei wollen die Besatzung von Christoph 35 und die Wasserretter beziehungsweise Taucher der Feuerwehr enger zusammen arbeiten. Diese sollen bei Alarm künftig an Bord geholt und dann bei der hilfsbedürftigen Person abgesetzt werden, um diese zu sichern. Bislang waren im Notfall nur Pilot und Rettungsassistent vor Ort. Ein Einsatz im Februar 2012 habe verdeutlicht, dass dies nicht ausreiche, erklärte Bissel.
In Berlin war am 21. März 2013 bei einer Großübung der Bundespolizei gegen Fußball-Hooligans ein 40 Jahre alter Pilot getötet worden, mehrere Menschen wurden verletzt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig prüft, wie es dazu kommen konnte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
dpa/sei





