Nach der Hubschrauber-Kollision in Berlin mit einem Toten wird Kritik an der Übung der Bundespolizei lauter. Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus verlangte am Samstag umfassende Aufklärung. Die Übung hätte wegen des Schneetreibens vorzeitig abgebrochen werden müssen, sagte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Benedikt Lux. Nun müssten die Umstände geklärt werden, die zu dem tragischen Unfall am Olympiastadion führten, sagte Lux. Er erwarte, dass Innensenator Frank Henkel (CDU) den Innenausschuss über die Ermittlungen informiere.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte zur Kritik in Potsdam: „Wir warten die Ergebnisse der Ermittlungen ab.“

Geübt wurde ein Einsatz gegen Hooligans

Bei einer Übung der Bundespolizei zum Vorgehen gegen Hooligans bei einem Fußballspiel mit mehreren hundert Beamten waren am Donnerstag zwei Hubschrauber zusammengestoßen. Ein 37 Jahre alter Pilot starb. Er saß laut Staatsanwaltschaft in dem Helikopter, in den ein größerer Hubschrauber hineinkrachte. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter der zweite beteiligte Pilot.

Erste Erkenntnisse zur Unglücksursache werden erst in einigen Monaten erwartet. „Wir ermitteln, wie es zu dem Unglück gekommen ist, und klären, ob sich jemand strafbar gemacht hat“, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Samstag. Üblich sind in solchen Fällen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung mit Todesfolge.

Erster Bericht für April erwartet

Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig wird nun untersuchen, wie es zu der Kollision der Helikopter kommen konnte. Ein erster Bericht wird im April erwartet.

Am Freitag hatten Polizisten im ganzen Land des getöteten Familienvaters gedacht. Viele Kollegen trugen sich in ausgelegte Kondolenzbücher ein, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Um die Angehörigen und Verletzten kümmerten sich Psychologen. Nach Medienberichten hinterlässt der verunglückte Pilot eine Ehefrau und mehrere Kinder.

Die Obduktion der Leiche des Piloten hatte ergeben, dass Verletzungen aufgrund äußerer Einwirkungen zum Tode führten. Laut Bundespolizei gibt es noch keinen Termin für eine Trauerfeier.

dpa/seg