Eine fünf Zentner schwere Fliegerbombe ist am Freitag in der Innenstadt von Oranienburg (Land Brandenburg) gesprengt worden. Um 10.36 Uhr – 24 Minuten vor der geplanten Sprengzeit – ging sie in einer Rauchwolke auf. Die Sprengmeister hatten zuvor eine am Körper der Bombe angebrachte Sprengladung gezündet.
4500 Menschen in einem Radius von 800 Metern hatten zuvor nach Angaben der Stadtverwaltung ihre Häuser verlassen müssen. Sie konnten nach der Sprengung in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Der S-Bahnverkehr war seit dem Morgen beeinträchtigt.
Für die 130 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr seien solche Sprengungen aber mittlerweile Routine, berichtete der Stadtsprecher. Die amerikanische Bombe sei der 169. Sprengkörper, der in der Stadt seit 1991 entschärft werden konnte.
Bereits zu DDR-Zeiten waren etwa 200 Blindgänger in Oranienburg gefunden worden. Grund für die häufigen Funde ist die Rolle Oranienburgs im Zweiten Weltkrieg als wichtiges Rüstungszentrum. So wurde die Stadt häufig zum Ziel von Bombenangriffen der Alliierten. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden mehr als 10.000 Bomben auf die Stadt geworfen.
Bei planmäßiger Suche in einem Gewerbegebiet entdeckt
Bislang sei kaum etwas passiert bei Sprengungen und Entschärfungen, stellte der Stadtsprecher fest. Bis zum Nachmittag wollten die Einsatzkräfte dennoch prüfen, ob die Bombensprengung Schäden an Gebäuden angerichtet habe.
Die Fliegerbombe wurde bei der planmäßigen Suche in einem Gewerbegebiet der Kreisstadt nahe der Havel und des Bahnhofes gefunden. Sie verfügte über einen chemischen Langzeitzünder. Deshalb wurde sie nicht unschädlich gemacht, sondern gesprengt.
Erst am Mittwoch war in Berlin in der Nähe des Hauptbahnhofs eine russische Fliegerbombe entdeckt und entschärft worden. Eine 100-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte den Verkehr auf Schienen, Straßen, Wasserwegen und in der Luft stundenlang beeinträchtigt. Die Sicherheitsvorkehrungen vor und während der Entschärfung der Fliegerbombe sorgten für Einschränkungen im Bahnverkehr.
Auf den Straßen rund um die Fundstelle nahe dem Hauptbahnhof bildeten sich lange Staus. Knapp 840 Menschen mussten am Vormittag vorsorglich in Sicherheit gebracht werden. Erst gegen 13.45 Uhr gab es Entwarnung. Die Sprengmeister der Polizei hatten den Zünder mechanisch entfernt und den russischen Blindgänger damit unschädlich gemacht.
In jüngster Zeit hatte es bei Bombenentschärfungen in München und Viersen in Nordrhein-Westfalen Zwischenfälle gegeben. Die Blindgänger waren explodiert und richteten Schäden an.
dpa/BM




