Brandenburg

Ex-Schatzmeister Goetjes will Geld zurückgeben

Grünen-Parteikasse: Christian Goetjes will sich bei seiner Familie Geld leihen, um einen Teil der veruntreuten 300.000 Euro zurückzuzahlen.

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Der ehemalige Schatzmeister der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, will einen Teil der von ihm aus der Parteikasse veruntreuten knapp 300.000 Euro zurückzahlen. Wie der Vorsitzende der brandenburgischen Grünen, Benjamin Raschke, der „Märkischen Oderzeitung“ sagte, wolle er sich das Geld aus dem Familienumfeld borgen. Er hofft auf ein milderes Urteil im anstehenden Prozess. Dem Bericht nach handelt es sich um 65.000 Euro.

Raschke empfiehlt der Basis auf das Angebot einzugehen. Man sei eigentlich davon ausgegangen, dass der als mittellos geltende Goetjes nichts zurückzahlen könne, sagte er. Am 21. April soll auf einem Kleinen Parteitag unter anderem über ein Zivilrechtsverfahren gegen ihn entschieden werden.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat jetzt Anklage gegen Goetjes erhoben. Ihm wird gewerbsmäßige Untreue in 267 Fällen vorgeworfen.

Laut Anklage hat Goetjes „unter Ausnutzung seiner Funktion und Vertrauensstellung als Landesschatzmeister“ von Januar 2009 bis Februar 2011 regelmäßig Geld von Parteikonten auf seine persönlichen Konten überwiesen. Zudem bezahlte der 34-Jährige private Rechnungen mit Parteigeld und hob Bargeld ab.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden von rund 273.000 Euro aus. Einen Termin für den Prozess gibt es noch nicht. Das Landgericht Potsdam muss zunächst über die Zulassung der Anklage entscheiden. Das Strafmaß kann sich zwischen sechs Monate bis zehn Jahre Freiheitsstrafe liegen.

Goetjes, seit 2000 Schatzmeister, hatte im Februar 2011 überraschend sein Amt niedergelegt und verschwand. Die Familie meldete ihn als vermisst, der Grünen-Landesvorstand stellte Strafanzeige. Ende März wurde er gefasst.