Der Brandenburger Luxushotelbetreiber Axel Hilpert wehrt sich vehement gegen die Betrugsvorwürfe. „Herr Hilpert hat sich weder eines Betruges noch sonstiger Straftaten schuldig gemacht“, erklärte sein Anwalt Robert Unger am Freitag in einer Mitteilung. Den Ermittlungsbehörden warf er vor, es seien „wesentliche Teile der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsakten“ an die Presse lanciert worden.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam wirft dem Betreiber des „Resort Schwielowsee“ vor, bei der Errichtung des Hotelkomplexes in Werder/Havel die Landesinvestitionsbank getäuscht und unrechtmäßig eine zu hohe Förderung kassiert zu haben. Hilpert sitzt seit mehr als einem Monat in Untersuchungshaft – und wird dort auch die kommenden Wochen bleiben.

Erst vergangenen Dienstag hatte es der Ermittlungsrichter nach einem etwa dreistündigen Haftprüfungstermin abgelehnt, den Haftbefehl aufzuheben oder außer Vollzug zu setzen. Nach Angaben des Amtsgerichts Potsdam ist frühestens in zwei Monaten ein weiterer Prüfungstermin möglich.

Hilperts Anwalt betonte, die Verteidigung seines Mandanten werde nicht über die Presse geführt. „Die Klärung dieser Vorwürfe erfolgt in dem derzeit anhängigen Ermittlungsverfahren“, so Unger. Eine weitergehende Stellungnahme werde es deshalb zunächst gegenüber der Presse nicht geben.

Durch die Beschuldigungen sieht Hilpert nicht nur seine Existenz bedroht. Das „Resort Schwielowsee“ sei für die Region Werder ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, betonte sein Anwalt. Es biete 120 Menschen unmittelbar einen Arbeitsplatz, hinzukämen Zulieferbetriebe und Geschäftspartner. Das Resort mit jährlich über 110.000 Gästen habe eine enorme Kaufkraft für die Region geschaffen. „All dies wird durch eine unverantwortliche und völlig undifferenzierte Berichterstattung massiv gefährdet“, so Unger.

Hilpert war am 9. Juni verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft begründete die Untersuchungshaft mit dem dringenden Tatverdacht und mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr. Die Ermittler vermuten ein betrügerisches Geflecht um den früheren Stasi-Mitarbeiter Hilpert, der zudem Kunst- und Antiquitätenhändler beim DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski war. Für das Hotel-Projekt waren ihm 9,2 Millionen Euro Förderung bewilligt worden.