Brandenburg

Land verzichtet auf Bau von Synagoge in Potsdam

Wegen des anhaltenden Streits um die Gestaltung der geplanten neuen Synagoge in Potsdam hat das Land Brandenburg das Bauvorhaben vorerst auf Eis gelegt. Die Arbeiten sollten im Sommer beginnen.

Foto: Brille und Bauch Agentur für Kommunikation KG

In der Brandenburger Landeshauptstadt wird es keinen Bau einer Synagoge in der bisherigen Planung geben. Dies haben am Freitag die Staatskanzlei, das Finanz- und auch des Kulturministerium beschlossen, sagte Kulturstaatssekretär Martin Gorholt am Samstag in Potsdam. .

In der vergangenen Woche hatte es bei einem Gespräch mit jüdischen Vertretern erneut keine Einigung zum Synagogenbau gegeben. Die Landesregierung hat deshalb entschieden, dass die Planungen so nicht mehr umgesetzt werden. Die drei jüdischen Gemeinden in der brandenburgischen Landeshauptstadt sind über den Bau zerstritten.

Die Synagoge sollte allen drei Gemeinden offenstehen, meinen die Befürworter. Doch zwei Gemeinden lehnen das Vorhaben ab. Architekt Jost Haberland hatte bisher Änderungswünschen eine Absage erteilt. Baubeginn sollte in diesem Sommer sein.

Gorholt kündigte an, über das weitere Verfahren werde mit den jüdischen Gemeinden gesprochen, um zu sehen, wie man zu einem neuen Verfahren kommt. Wichtig sei, dass sich die jüdischen Gemeinden, eventuell auch mit dem Landesverband, darüber verständigen, was für eine Synagoge sie wollen und wozu sie genutzt werden soll.

„Dann muss in Verantwortung der jüdischen Gemeinden entschieden worden, ob und welcher Form eine Synagoge gebaut wird“, erklärte Gorholt. Wegen des Streits um den Bau war bereits ein sechswöchiges Moratorium verhängt worden, das nun auslief.

Der umstrittene Haberland-Entwurf ging 2009 aus einem Wettbewerb als Sieger hervor. Vorgesehen ist ein moderner, mehrgeschossiger Bau mit einer schlichten Fassade in sogenannten Glindower Ziegeln. Neben Kritik an der Fassade wird auch der Gebetssaal aus nicht ausreichend angesehen. Der Bauplatz wird nach Angaben von Gorholt freigehalten.