Die Jüdische Gemeinde Potsdam ist enttäuscht vom Baustopp für die Synagoge. Die „eigennützigen Ziele einer kleinen jüdischen Minderheit“ führten dazu, dass ein aufwendiges Planungsverfahren umsonst gewesen sein soll, teilte die Gemeinde am Dienstag mit. Auch der Bauverein Neue Synagoge Potsdam zeigte sich über die Entscheidung der Landesregierung enttäuscht, das Vorhaben zu stoppen.

Mit dem Bau der Synagoge sollte im Sommer begonnen werden. Der Entwurf des Architekten Jost Haberland ist aber heftig umstritten. Eine Gruppe um den israelischen Dirigenten Ud Joffe hat in dem Streit sogar eine eigene „Synagogengemeinde“ gegründet. Joffe bezeichnete den Entwurf unter anderem als „Bürokiste nach Wunsch von Vereinsfunktionären“. Nach Ansicht der Landesregierung müssen sich die jüdischen Gemeinden erst einigen, bevor mit dem Bau begonnen werden kann.

Die Jüdische Gemeinde Potsdam teilte mit, dass sie an der Realisierung der Synagoge nach den Plänen Haberlands festhalte. „Andernfalls wird es in absehbarer Zeit keine neue Synagoge in Potsdam geben“, hieß es. Der entscheidende Vorteil der geplanten Synagoge sei die Verbindung mit dem Gemeindezentrum. Nur so könne das jüdische Leben in Potsdam wiederbelebt werden.

Der Bauverein verwies darauf, dass Haberlands Entwurf als Sieger aus einem europaweiten Wettbewerb hervorgegangen war. Der Streit darüber werde von „einer jüdischen Minderheit“ geführt. Der Baustopp bedeute, dass auf absehbare Zeit keine Synagoge gebaut werde, denn eine Einigung sei gegenwärtig nicht zu erwarten.