"IM Andreas Rosenau"

Kripo-Chef mit Stasi-Vergangenheit soll weg

Gegen den Chef der Spremberger Kriminalpolizei läuft ein Verfahren zur Rücknahme der Ernennung zum Beamten. Er war bereits Anfang März vom Dienst suspendiert worden. Er soll jahrelang verschwiegen haben, dass er Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit war.

In Brandenburg ist gegen den stasi-belasteten Chef der Spremberger Kriminalpolizei ein Verfahren zur Rücknahme der Ernennung zum Beamten eingeleitet worden. Wie der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, am Dienstag in Potsdam mitteilte, besteht der begründete Verdacht, dass der Beamte bei seiner Übernahme in den Landesdienst Anfang der 1990er Jahre seinen Dienstherrn arglistig getäuscht und keine vollständig wahrheitsgemäßen Angaben zu seiner Stasi-Tätigkeit gemacht habe.

Der Kripochef war bereits Anfang März vom Dienst suspendiert worden. Er soll jahrelang verschwiegen haben, dass er Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit war. Der Beamte hatte laut Decker damals eine rund einjährige hauptamtliche Tätigkeit für das MfS eingeräumt. Eine IM-Tätigkeit für das MfS habe er jedoch bestritten. Auch wollte er keine Verpflichtungserklärung als IM unterschrieben haben.

Durch Recherchen der „Lausitzer Rundschau“ steht der Beamte seit Sommer 2009 im Verdacht, mehrere Jahre lang IM gewesen zu sein. Dem Innenministerium war nach eigenen Angaben seit den 1990er Jahren eine Karteikarte dazu bekannt. Diese allein habe für einen zweifelsfreien Nachweis einer IM-Tätigkeit aber nicht ausgereicht.

Das RBB-Magazin „Brandenburg aktuell“ hatte am Montag berichtet, dass jetzt bei der Stasi-Unterlagenbehörde sowohl eine Personal- als auch eine Berichtsakte aufgefunden worden seien. Zudem zeigte der Sender eine handschriftliche Verpflichtungserklärung des „IM Andreas Rosenau“.