Erst war der Stau „nur“ 30 Kilometer lang, dann weitete sich das Chaos auf der A12 im Osterreiseverkehr aus. Wer am Donnerstag auf der Autobahn in Richtung Polen unterwegs war, musste sich in großer Geduld üben: Am Nachmittag steckten Autos und Lastwagen von der Grenze bis etwa zum Dreieck Spreeau in einem mehr als 50 Kilometer langen Stau, wie die Polizei in Frankfurt (Oder) mitteilte.
Vorausgegangen waren ein schwerer Unfall mit einem Verletzten und eine fast zwölfstündige Sperrung der Autobahn. Im Westen Brandenburgs dagegen rollte der Verkehr nach Auskunft des Lagenzentrums in Potsdam ohne große Probleme.
Auf der A12 fing das Chaos bereits in der Nacht zu Donnerstag an. Gegen 1.30 Uhr war der Fahrer eines Lastwagens vermutlich aus Unachtsamkeit zwischen Grenze und Frankfurt (Oder)-Mitte ungebremst auf einen vor ihm fahrenden Laster geprallt. Weil der Zusammenstoß so stark war, wurde der Laster auf einen dritten Lastwagen geschoben. Die A12 war zunächst voll gesperrt, gegen 3.50 Uhr wurde der Verkehr immerhin in Richtung Berlin wieder freigegeben.
Es dauerte fast vier Stunden, bis der in seinem Führerhaus eingeklemmte Fahrer des ersten Lastwagens befreit und in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Er sei bei dem Unfall aber nicht lebensgefährlich verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Auf der Fahrbahn verteilte sich Wachs, weil der Unfall-Laster Kerzen geladen hatte. Die anderen beiden Lastwagen hatten Traktoren dabei – auch diese Fracht verrutschte. Um die Ladung und die Unfallfahrzeuge zu bergen, musste eine Spezialfirma angefordert werden. Alleine der Sachschaden an den Traktoren wurde auf rund 300.000 Euro beziffert. Dazu kommt noch der Schaden an den geladenen Traktoren und den Kerzen.
Die Autobahn wurde erst gegen 13 Uhr für den kompletten Verkehr freigegeben. Der Stau war zwischenzeitlich 30 Kilometer lang. Weil die Fahrbahn noch voller Wachs war, durften Autos und Lastwagen zunächst nur mit Tempo 40 an der Unfallstelle vorbeifahren.
Nachdem die Sperrung aufgehoben worden war und sich die Kolonne an Fahrzeugen langsam wieder in Bewegung gesetzt hatte, kam es auf der Überholspur immer wieder zu Unfällen, wie das Lagezentrum in Frankfurt (Oder) mitteilte. Es sei bei Blechschäden geblieben. Zudem habe am Nachmittag der Osterreiseverkehr stark zugenommen, hinzu komme eine Baustelle kurz hinter der Grenze auf polnischem Gebiet.
Gegen 21 Uhr sei der Stau noch etwa 20 Kilometer lang gewesen und habe von der Ausfahrt Fürstenwalde West bis zur Grenze gereicht, sagte der zuständige Polizeisprecher im Lagezentrum in Frankfurt (Oder).
dpa/sei



