So langsam dürfte bei den mehr als 40.000 Läuferinnen und Läufern, die am Sonntag beim Berliner Halbmarathon an den Start gehen, die Aufregung steigen. Ich habe inzwischen schon mehrere Halbmarathons absolviert, aber eine gewisse Anspannung baut sich in den Tagen vorher trotzdem auf. Denn 21 Kilometer sind jedes Mal aufs Neue eine Distanz, vor der ich Respekt habe, und stelle mir die Frage, ob ich genug trainiert habe.
Der Berliner Halbmarathon spielt dabei eine besondere Rolle für mich. Einerseits, weil der Lauf und ich bislang nicht das beste Timing hatten, zu oft bin ich vor dem Start krank geworden. Andererseits, weil Läufe durch die eigene Heimatstadt immer schön sind und ich weiß, dass Berlin mit den Tausenden Zuschauern eine einzigartige Atmosphäre verspricht. Aber obwohl ich inzwischen einige Male bei dem Lauf war – nicht nur auf der Strecke, sondern vor allem als Zuschauerin –, gibt es immer noch Dinge, die mich überraschen. Hier kommen fünf Fakten, die die meisten noch nicht gewusst haben dürften.
Auch interessant
1. Der Berliner Halbmarathon ist bei Frauen beliebt
Bei den meisten Läufen sind Männer immer noch in der Überzahl. Beim Berlin-Marathon waren im vergangenen Jahr gut ein Drittel der Starter weiblich, womit der Anteil schon über dem deutschen Durchschnitt liegt. Noch besser war im vergangenen Jahr der Halbmarathon, der laut SCC Events mit einem Frauenanteil von über 41 Prozent. 2024 zu den Laufveranstaltungen mit den prozentual meisten Läuferinnen in Deutschland zählte. Damit nährte sich die Veranstaltung Laufevents aus den USA an. Die großen US-Marathons wie New York, Chicago und Boston erreichen mittlerweile fast 45 Prozent Frauenanteil. Vielleicht kommt Berlin in diesem Jahr auch an diesen Wert heran.
2. Der Berliner Halbmarathon ist ein Rennen für schnelle Läufer
Der Streckenkurs ist flach, kurvenarm und entsprechend schnell. Das nutzen auch viele ambitionierte Hobbyläufer, die den Halbmarathon in einer beeindruckend kurzen Zeit absolvieren. Im vergangenen Jahr liefen über fünf Prozent der Starter die 21,0975 Kilometer in unter einer Stunde und 30 Minuten, das sind, gerechnet auf die Teilnehmerzahl aus 2024, immerhin rund 2000 Personen. Und die Veranstalter sind sicher: Dieser Wert dürfte in diesem Jahr noch übertroffen werden. Denn die Strecke wurde verändert, enthält nun noch weniger Höhenmeter und Abbiegungen. Und alle, die entspannter laufen, können die Aussicht auf den Berliner Dom, den Fernsehturm und das Rote Rathaus genießen, die nun entlang der Strecke liegen.

3. Die Starterinnen und Starter kommen aus mehr als 100 Ländern
Der Berliner Halbmarathon ist natürlich über Berlin hinaus bekannt. Wie international er ist, war mir allerdings nicht bewusst. Laut SCC Events nehmen in diesem Jahr Athleten aus 135 Ländern an dem Lauf teil. Die Veranstalter führen das auch auf die Serie der Super Halfs zurück, zu der sechs Halbmarathon-Veranstaltungen in Europa gehören. Berlin ist seit letztem Jahr ein Teil davon. Wer alle sechs Rennen absolviert, bekommt eine besondere Medaille. Dass der Andrang auf den Halbmarathon groß ist, beweist auch die Rekordzahl an Startern: 40.721 Läuferinnen und Läufer sollen dieses Mal dabei sein. Das sind ziemlich genau 2000 Menschen mehr als letztes Jahr.
Mehr zum Thema Laufen in Berlin
- Neue Zahlen: Überall nur schlechte Nachrichten? Der Laufsport liefert fünf gute
- Laufen in Berlin: Warum es besonders ist – aber manches auch richtig nervt
- Trainer: Laufcoach über Fehler vor dem Rennen – „Sensible Phase“
- Berlins schönste Laufstrecken: Sieben Tipps für besondere Routen
4. Dieses Preisgeld bekommen die Sieger
Wer den Berliner Halbmarathon gewinnen will, muss sich in einem internationalen Spitzenfeld beweisen und zumindest unter die Top fünf kommen, um eine vierstellige Summe zu bekommen. Sieger und Siegerin bekommen 5000 Euro, die Zweitplatzierten immer noch die Hälfte. Wer Dritter wird, erhält immerhin noch 2000 Euro. Ein Preisgeld wird bis zum achten Platz gezahlt, dann allerdings nur noch in Höhe von 500 Euro.
5. Es stehen gleich mehrere Europameister an der Startlinie
Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gehen in diesem Jahr Europameister aus Deutschland an den Start. Da ist zum einen Richard Ringer, der 2022 mit einem irren Schlusssprint den EM-Titel im Marathon holte. Ein Video davon wurde im Netz millionenfach angeschaut. Bei demselben Event holten Kristina Hendel und Rabea Schöneborn Gold im Team. Gesa Krause wurde sogar schon zweimal Europameisterin, 2016 und 2018 im 3000-Meter-Hindernislauf. Obwohl die 3000 Meter Hindernis ihre Spezialität sind, ist die 32-Jährige beim Berliner Halbmarathon übrigens die Deutsche mit der schnellsten Bestzeit.




