Ausflugs-Tipp

Eine Feierhalle und weitere Geheimnisse in Altglienicke

| Lesedauer: 4 Minuten
Martin Schwarz
Ein abendlicher Blick vom Eingang des Friedhofs Altglienicke auf die Feierhalle.

Ein abendlicher Blick vom Eingang des Friedhofs Altglienicke auf die Feierhalle.

Foto: Martin Schwarz

Ein Spaziergang durch den Treptower Ortsteil Altglienicke zwischen Neubauten und Dorfkern.

Berlin. Wir benutzen den östlichen Ausgang des S-Bahnhofs Grünbergallee (im Schwalbenweg kann man aber auch parken), biegen links ab und nach ein paar Metern die Grünbergallee hinab rechts in einen Fußgängerweg, der uns an interessanten Neubauten vorbei zum Coloniapark leitet. Den kann man nun erkunden, oder einfach geradeaus über eine Fußgängerbrücke zum Grünstreifen Altglienicker Aue gelangen. Rechts führt ein geschwungener Weg durch die sorgsam entworfene Parkanlage zum Mohnweg, dem wir nach links bis zum Nelkenweg folgen.

Rechts am Gemeinschaftsgarten „Interkultureller Garten Altglienicke“ vorbei und wieder links bringt einen die Anne-Frank-Straße zum Hasso­weg. Den sollte man kurz nutzen, um dann links innerhalb einer Wohnanlage bis zur Ortolfstraße zu gehen. Ihr folgen wir nach rechts etwa 800 Meter durch ein ruhiges Wohngebiet bis zum Bohnsdorfer Weg, der uns nach links zum Zentrum ­von Altglienicke bringt. Das erreichen wir durch die Köpenicker Straße hinab und am Altbau der „Schule am Berg“ vorbei.

Einen alten Dorfanger hat Altglienicke nicht vorzuweisen, aber eine schmucke Backsteinkirche und mit dem Gasthaus Ebel ein altehrwürdiges Wirtshaus, das in einem um 1870 erbauten Haus in fünfter Generation Familientradition pflegt.

Über den Park Altglienicke geht es zum Windmühlenspielplatz

Einige denkmalgeschützte Gebäude befinden sich in der Semmelweisstraße (Hausnummern 1, 3 und 10), aber auch in der Besenbinderstraße (Hausnummern 2/4, 6/12 und 13), Es geht nun die Semmelweisstraße entlang. Der Lehmfeldsteig bringt uns zur Rudower Straße, links kommt ­direkt hinter einer Baustelle ein schmaler Pfad zum Park Altglienicke.

Wir passieren den Windmühlenspielplatz und erreichen einen Feldweg, der zur Rübe­zahlallee führt. Nach links geht es am Stadion Altglienicke vorbei zur Schöne­felder Chaussee, der wir nach rechts etwa einen Kilometer bis zum Haupteingang des Friedhofs ­Altglienicke ­folgen. Den sollte man erkunden. Seit 112 Jahren finden auf dem vom Berliner Architekten K. A. Herrmann entworfenen Terrain ­Beerdigungen statt. Sehr beeindruckend ist die Feierhalle mit ihren angrenzenden Bauten. Geöffnet ist der Friedhof im Winterhalbjahr täglich von 7.30 bis 18 Uhr.

Kurz hinter dem Gerosteig führt links ein unbefestigter Pfad von der Schönefelder Chaussee weg und durch einen hübsch verwilderten ­Garten. Hinter einem hohen Gebüsch geht es nach rechts zum Altglienicker Grund. Die nächste Kreuzung ist ein kleines Kuriosum: Alle vier Wege hier heißen Altglienicker Grund, acht ­Straßenschilder mit derselben Beschriftung. Wir lassen uns davon nicht verwirren und gehen geradeaus Richtung Süden. Es folgt ein größeres Neubaugebiet mit einem Seerosenteich, etlichen aneinandergereihten Restaurants und einem Fußpfad, der uns in Schlangenlinien schließlich bis zur Siriusstraße bringt. Die wird nach links erst zum Brigitten- und dann zum Kirschweg. Ganz kurz durchkreuzen wir an dieser Stelle Branden­burger Terrain. Die Grünbergallee bringt uns zurück zum gleichnamigen S-Bahnhof.

Ausflugs-Info

  • Gasthaus Ebel Die vom Wirt Peter Schulz und seinem Personal in fünfter Generation kredenzte gut bürgerliche Küche – seine Ururgroßmutter machte um 1870 den Anfang – reicht vom preisgünstigen Mittags­tisch bis zu deutschen Klassikern. Die Kohlroulade ist hier ebenso zu haben wie das Holzfällersteak, die Königsberger Klopse ebenso wie ­Vegetarisches oder Fischvariationen. Jahreszeitlich ­angemessen sind derzeit auch Gänsekeule und Gänsebrust im Angebot. Und die Preise sind durchweg ­erschwinglich. Semmelweis­str. 1, Treptow, Tel. 673 60 04 Mo.–Sbd. 10 –22 Uhr, Sonntag ist Ruhetag, www.gaststaette-ebel.de
  • Wegstrecke und Dauer Für die rund acht Kilometer lange Rundtour sollte man etwa 2,5 Stunden einplanen. Sie lässt sich über den Coloniapark und den Friedhof Altglienicke verlängern.

Freizeit in Berlin - Lesen Sie auch: