Eigentlich hätte der Ort für eine Neuauflage des ältesten queeren Clubs Deutschlands nicht besser sein können. In Schöneberg, im Herzen des queeren Berlin, meldete sich am Sonnabend das SchwuZ mit einem Auftaktevent einer neuen Partyreihe zurück.
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Im Metropol feierten 1500 Gäste die Wiederbelebung des „SchwulenZentrum“, das im November 2025 seine letzte Party am alten Standort am Rollberg in Neukölln besiegelt hatte. Die Atmosphäre im prunkvollen Konzertsaal war im Vergleich zum alten Rollberg-Standort dann aber doch ungewohnt. Das Revival im Metropol war damit eher ein glamouröser Empfang für die Community, als eine raue Party im Zwielicht.
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Doch genau das sollte das Event ohnehin nicht sein: eine Neuauflage. „Das ist keine Revival-Party“, sagte Marcel Rohrlack, Vorsitzender des SchwuZ e.V. Es gehe nicht darum, das alte SchwuZ wieder aufleben zu lassen, sondern es weiterzuentwickeln. „Wir haben hier heute das erste Stück einer neuen Vision gezeigt“, erklärte er der Morgenpost am Sonnabend im Metropol. Dass der Andrang so groß sei, zeige, dass die Leute Lust haben, an dieser Vision mitzuarbeiten.
Tatsächlich waren die Karten für die Party nach Angaben des SchwuZ nach wenigen Minuten ausverkauft. Dennoch kamen am Sonnabend Hunderte zum Metropol, um eine der wenigen Restkarten an der Abendkasse zu ergattern. Um kurz nach Mitternacht wuchs die Schlange entlang der Motzstraße auf etwa hundert Meter an. Nur wenige hatten das Glück, es dann auch tatsächlich reinzuschaffen.
SchwuZ-Party im Metropol: Ein Mix aus Show und Familientreffen
Dort erlebten die Gäste eine Mischung aus Party, Show und Familientreffen. Getanzt wurde im Saal zu Elektro- und Discomusik. In einem weiteren Raum gab es Karaoke. Für viele Gäste war es die lang ersehnte Zusammenkunft einer Community, die über Jahrzehnte im SchwuZ gewachsen war. „Es ist einfach schön, die Menschen hier wiederzusehen“, sagte etwa Jascha, die Stammgast im alten SchwuZ war. „Es zeigt, dass die Community noch lebt.“
Wir sind als Community nun in der Lage, aktiv neue Orte zu schaffen.
Marcel Rohrlack, Vorsitzender des SchwuZ e.V.
Das sieht auch Marcel Rohrlack so. Er sprach von einem „wichtigen Moment für die Community“. Das SchwuZ sei einer der letzten großen queeren Clubs in Berlin gewesen. „Der Erfolg dieser Party zeige, dass wir nicht darauf angewiesen sind, diesen Status nur zu verteidigen“, erklärte Rohrlack. „Sondern wir sind als Community auch in der Lage, aktiv neue Orte zu schaffen und selbstbewusst zu sein.“
Das SchwuZ war 1977 einst aus der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW) heraus gegründet worden und entwickelte sich in den folgenden Jahren zum ersten alternativen Schwulenclub West-Berlins. Anfangs befanden sich die Räumlichkeiten noch in der Dennewitzstraße – zur Verfügung gestellt vom Filmemacher und Regisseur Rosa von Praunheim. Etwas später zog das SchwuZ in eine Fabriketage in der Kulmer Straße in Schöneberg. Es folgten weitere Standorte am Südstern und Mehringdamm in Kreuzberg.

2013 folgte dann der vorerst letzte Umzug in die ehemalige Kindl-Brauerei in der Rollbergstraße in Neukölln. Ende 2023 geriet der Club erstmals in finanzielle Nöte. Im Juli 2025 meldeten die Betreiber dann Insolvenz an. Nun also der Versuch eines Neustarts.
SchwuZ sucht weiterhin dauerhafte Location
„Nach fast 50 Jahren SchwuZ suchen wir jetzt eine neue Location“, erklärte Rohrlack auf der Party am Sonnabend. „Bis wir das geschafft haben, wollen wir aber unseren kulturellen Neustart vorziehen.“ Deshalb habe man sich jetzt für die sogenannten Pop-up-Partys entschieden. Also Events, „die in regelmäßigen Abständen in der ganzen Stadt unterwegs sind, bis wir eine dauerhafte Bleibe haben.“
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Doch für Rohlack und das SchwuZ könne der Auftakt zur neuen Partyreihe auch eine Chance sein, erklärt er. Denn das Partyverhalten der queeren Community habe sich in den letzten Jahren verändert und es ändere sich gerade wieder.
„Zuletzt war es ein großer Erfolg, Partys aus der Konsumentenperspektive zu erleben und von etablierten Strukturen zu profitieren“, erklärte er. „Da diese festen Strukturen nun brüchig geworden sind, müssen wir die Leute wieder dazu bewegen, aktiv zu werden und das queere Partyleben in Berlin mitzugestalten.“

Der Wille dazu sei spürbar, meint der Vereinsvorsitzende. Das hätten die 30 Ehrenamtlichen bewiesen, die die Party organisiert hätten. Auch die 50 Künstlerinnen und Künstler seien bei der Party im Metropol ohne Gage aufgetreten, um die Community zu unterstützen. Das sei ein Zeichen, dass das nötige Engagement vorhanden sei.
Auch die nächste Pop-up-Party steht schon fest. Am 14. August will das SchwuZ in der Renate in Friedrichshain-Kreuzberg feiern. Das kündigte der Verein am Sonntag nach der Party im Metropol an.





