Der konfliktreiche Umbau der Maaßenstraße in Schöneberg zur ersten Berliner Begegnungszone steht kurz vor dem Abschluss. Nach Angaben des Tempelhof-Schöneberger Baustadtrats Daniel Krüger (CDU) sollen die Arbeiten für das rund 750.000 Euro teure Pilotprojekt zur Verkehrsberuhigung und für höhere Wohnqualität voraussichtlich im Oktober der Öffentlichkeit übergeben werden. „Bis Jahresende wird es aber wohl noch Restarbeiten geben“, sagte Krüger der Berliner Morgenpost.

Im Straßenraum der Begegnungszonen sollen Fußgänger, Rad- und Autofahrer verträglicher miteinander umgehen, Sicherheit und Lebensqualität der Anwohner verbessert werden. Dieses Ziel wollen die Verkehrsplaner nicht nur durch ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern erreichen, sondern auch durch Aufpflasterungen und eine Verengung der Fahrbahnen. Bänke und Tische sollen zum Verweilen animieren.

Doch für all das werden an der Maaßenstraße sämtliche Parkplätze wegfallen. Anwohner haben so heftig wie vergeblich dagegen protestiert. „Wir müssen dann sehen, wie die Dinge laufen“, sagte Krüger. Mit Ausnahme der Pflasterungen seien deshalb alle Installationen mobil errichtet worden. Man könne sie notfalls auch wieder entfernen.

2017 soll die Bergmannstraße umgestaltet sein

Trotz der Streitigkeiten in Schöneberg beginnen nun in Kreuzberg die Vorbereitungen für den zweiten Teil des Berliner Pilotprojektes zur Verkehrsberuhigung. Unter dem Titel „Neues Miteinander in der Bergmannstraße“ starten die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg am Dienstag die Bürgerbeteiligung zur „Begegnungszone Bergmannstraße“. Dort soll die Zone zwischen Mehringdamm und Friesenstraße beruhigt werden.

Die Auftaktveranstaltung beginnt um 19 Uhr in der „Alten Zollgarage“ am Flughafen Tempelhof, Columbiadamm 2–6. Sie soll einen monatelangen öffentlicher Dialog über die dann zweite „Berliner Begegnungszone“ eröffnen. Die erste Phase beginnt mit einem Online-Dialog in der Zeit vom 22. September bis 20. Oktober 2015, erreichbar unter www.begegnungszonen.berlin.de. Dabei sollen Nutzer der Bergmannstraße ihre Eindrücke der Szenestraße schildern.

„Wir wollen die Bergmannstraße zu einem Wohlfühlort für alle machen“, sagte Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne). Die Beiträge aus der Auftaktveranstaltung und dem Online-Dialog sollen in die Planungen einfließen. Anfang 2016 würden diese Varianten dann den Bürgern vorgelegt. 2017 soll auf der Bergmannstraße gemütlich flaniert und gefahren werden können.