Die Maaßenstraße in Schöneberg wird gerade zur ersten Begegnungszone Berlins umgebaut. Sie soll für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden. Doch es gibt Probleme mit der Gastronomie. Die Bars, Restaurants und Cafés sind so beliebt, dass sich auf den Bürgersteigen Tische und Stühle aneinanderreihen. Für Fußgänger wird es da eng. Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung wollten deshalb wissen, wie oft das Ordnungsamt dort unterwegs ist und die Wirte kontrolliert. Wegen zugestellter Hauseingänge soll es ihren Informationen nach nicht nur zu Pöbeleien, sondern sogar zu tätlichen Angriffen gekommen sein.

Nach Auskunft von Stadtrat Oliver Schworck (SPD) erfolgen die Überprüfungen, ob die Gastronomen ihre gepachteten Flächen auf dem Gehweg auch einhalten, regelmäßig, in der Saison fast täglich. Schworck gab zu, dass gerade in den Abendstunden nach 19 Uhr eine Reihe der gastronomischen Betriebe die Flächen weit über das zulässige Maß ausdehnen. Der Außendienst fordere dann zum Einräumen der Tische und Stühle auf. Dem werde auch gefolgt. Mitunter käme es dann später aber zum Wiederaufbau. Entsprechende Ordnungswidrigkeitsverfahren würden eingeleitet. Über zugestellte Hauseingänge liegt dem Ordnungsamt laut Schworck eine Bürgerbeschwerde vor.

Mit dieser Antwort wollen sich die Grünen nicht zufrieden geben. „Nach unseren Informationen sind die Kontrollen eher ungenügend. Somit stehen die Aussagen des Stadtrates in krassem Widerspruch zu den Hinweisen der Anwohner“, sagte Fraktionschef Jörn Oltmann. Er fordert vom Bezirksamt deshalb, nach der Sommerpause wieder zu informieren.

Die Umbauarbeiten in der Maaßenstraße zu Berlins erster Begegnungszone, in der maximal Tempo 20 gefahren werden soll, gehen unterdessen voran. Hubert Pelz, einer der beiden Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Lärmfreie Nolle“, sagt: „Das Ordnungsamt kontrolliert zu selten. Ab 18 Uhr sieht man hier meistens keinen mehr, und dann fängt es bei uns ja erst an.“ Das Pilotprojekt „Maaßenstraße“ dient als Vorbild für zwei weitere Begegnungszonen. 2017 soll in der Bergmannstraße in Kreuzberg entsprechend gemütlich flaniert und gefahren werden können. Das dritte Vorhaben ist für den Checkpoint Charlie geplant.

bsm