Die stillgelegten Gleise der alten Goerzbahn wecken Begehrlichkeiten. Das ist angesichts der Debatte über den Ausbau des Radwegenetzes und der Demonstrationen für den Ausbau der Straßenbahn nach Steglitz kein Wunder. Die Straßenbahnbefürworter wollen die Trasse am Dahlemer Weg am liebsten an den attraktiven öffentlichen Verkehr anschließen.
Den Radfahrern geht es hingegen um eine Begrenzung des Imageschadens, den der Bezirk nach zwei verkorksten Radwegen erlitten hat. Was haben wir gelacht über den Zickzack-Radweg in Zehlendorf. Die kleine Leo-Baeck-Straße schaffte es bis in die Hauptnachrichtensendungen im Fernsehen. Es war schon peinlich für die Verwaltung, die zwar bestreitet, den kantigen Weg so in Auftrag gegeben zu haben – aber die Verantwortung dafür trägt. Dennoch war es eher ein Witz.
Am Dahlemer Weg hingegen verging einem das Lachen sofort. Es reichte schon eine Minute auf der Brücke, um das Chaos zu erkennen. Und um lieber die Augen zu schließen, weil man es schon krachen sah. Zwei Parkspuren, zwei Fahrbahnen und dazwischen die Radfahrer – dafür ist der Dahlemer Weg nicht gemacht. Da klingt es erst einmal vernünftig, die Strecke der Goerzbahn als Radweg zu nutzen. Doch was, wenn die Gleise wieder gebraucht werden und dann alles zurückgebaut werden müsste? Gut, dass die Loks der Märkischen Kleinbahn erst einmal weiterfahren. Noch eine Lachnummer braucht das Amt nicht.



