Kein Hund weit und breit. Am Ufer des Schlachtensees in Zehlendorf herrscht Ruhe an diesem Sonntagmittag. Spaziergänger umrunden das Gewässer, einige Jogger und Fahrradfahrer ebenfalls. Anja Großgoerge ist eine der Läuferinnen. „Es ist jetzt viel besser hier“, sagt sie der Berliner Morgenpost. Sie sei ein großer Hundefreund, betont die junge Frau. „In den vergangenen Jahren hat es mit den Hunden hier aber Überhand genommen.“
So habe es nicht weitergehen können, sagt auch Markus Schmidt. „Die Gesundheit der Kinder geht einfach vor.“ Im Sommer habe es am Ufer oft nach den Exkrementen der Hunde gestunken. Die neue Reglung sei nicht schlecht, findet der Vater zweier Kinder. „Die Hundebesitzer können doch trotzdem hier im Wald spazieren gehen, die Natur genießen und ihre Tiere ausführen.“ Zwar meist nicht unmittelbar am Ufer, aber doch nicht sehr weit weg davon.
Es ist der dritte Tag, an dem das Hundeverbot rund um Schlachtensee und Krummer Lanke gilt. Zwei Sommer und einen Winter soll das Pilotprojekt laufen. Danach wollen Bezirk und Senat sehen, ob es geholfen hat, die Konflikte zwischen Badegästen und Hundebesitzern zu entschärfen. Während die meisten Spaziergänger, die an diesem Sonntag unterwegs sind, das für eine gute Lösung halten, sind die Gemüter vieler Tierfreunde aufgewühlt.
„Aggressivität und kriegerischem Zustand“
Ein Hundehalter, der seinen Namen nicht nennen will, spricht von „Aggressivität und kriegerischem Zustand“. „Etliche Verbotsschilder sind bereits wieder abmontiert“, sagt er mit einem scharfen Unterton. Im Sommer werde er sich wohl an das Verbot halten, im Winter aber auf keinen Fall. An diesem Sonntag jedenfalls bleibt er mit seinem Schäferhund oberhalb des Ufers stehen. Dort spricht er davon, dass hier eine Grenze verschoben worden sei. „Das geht zu Lasten aller Hundehalter, auch der vielen, die sich vorschriftsmäßig verhalten haben.“
Ein älteres Ehepaar aus Schöneberg gehört indes zu denen, die die neue Regelung begrüßen. Die Tierbesitzer hätten sich nie an das Badeverbot für Hunde gehalten, so die Frau. „Hier müssten gleich auch noch die Radfahrer verboten werden“, fügt sie hinzu. Das geht einem jungen Mann, der gerade vorbeijoggt, zu weit. „Macht doch gleich einen Zaun um den ganzen See“, ruft er der Dame zu.
kö





