Neues Gesetz

1500 Berliner demonstrieren gegen Hundeverbot am Badesee

Ab Freitag sollen Hunde nicht mehr an den Uferwegen von Schlachtensee und Krummer Lanke laufen dürfen. Dagegen haben Tierhalter demonstriert. Der Bezirk will die Seen als saubere Gewässer erhalten.

Mehr als 1500 Gegner des neuen Hundeverbots haben am Donnerstagnachmittag gegen die ab diesen Freitag geltende Regelung für den Schlachtensee und die Krumme Lanke protestiert. An vielen Grünanlagen rund um den See dürfen Hunde dann nur noch an der Leine laufen, direkt am Ufer und im Wasser sind sie gar nicht mehr erlaubt.

Zu der Demonstration hatte die Bürgerinitiative "Berliner Schnauzen" gemeinsam mit der Erna-Graff-Stiftung für Tierschutz aufgerufen. Die Teilnehmer trafen sich am Ende der Fischerhüttenstraße, um zum nördlichen Hangweg am Schlachtensee zu laufen. Ein Großaufgebot der Berliner Polizei sicherte die Veranstaltung ab.

Viele Demonstranten hatten ihre Hunde dabei. Auch sie wurden mit Transparenten ausgestattet. Ein Mischling trug zum Beispiel auf den Rücken eine Art Sattel mit der Aufschrift "Seeufer für alle". Mehrere Vierbeiner nutzten auch die (vorerst) letzte Gelegenheit und sprangen zum Bad in den See.

Auf anderen Schildern stand "Gegen Ausgrenzung" und auch "Makel Veto", in Anspielung auf den Namen der Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne). Die Veranstalter achteten darauf, dass alle Hunde an der Leine geführt wurden.

Keine Antwort von Senat und Behörden

"Wir fordern, dass das Hundeverbot in seiner jetzigen Form sofort ausgesetzt wird", sagte Diana Gevers, Geschäftsstellenleiterin bei der Erna-Graff-Stiftung. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und der Senat sollten zunächst die notwendige Transparenz herstellen. Schon vor einigen Wochen hätte sie von der Senatsverwaltung für Justiz, der Gesundheitsverwaltung und vom Bezirk die Offenlegung der Unterlagen gefordert, die zu der Entscheidung geführt haben. Eigentlich gelte für Anfragen eine Erledigungsfrist von zwei Wochen, so Gevers. Bis heute hätte sie keine Antwort erhalten.

Sie kritisiert zudem, dass das Hundeverbot keine partizipative Entscheidung gewesen sei, sondern ein "Armutszeugnis". Sie hätte mit der Entscheidung leben können, wenn mit allen Beteiligten vorher geredet und sie im Dialog mit allen Nutzergruppen getroffen worden wäre. "Aber so bleiben zu viele Fragen offen", sagt Diana Gevers.

Der Bezirk will die Seen als saubere Badegewässer erhalten und verhindern, dass sie durch Hundekot verunreinigt werden. Der werde vom Ufer mit dem Regenwasser in den See gespült. Berlins Umweltsenator Andreas Geisel (SPD) ist für das Auslaufverbot. Der Grunewaldsee sei schon ökologisch gekippt, weil Tiere dort badeten. Damit dies nicht auch an den beiden anderen Seen passiere, gebe es das Verbot für Hunde, hatte Geisel im Abgeordnetenhaus gesagt.

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