Bürohaus

Berlin will Steglitzer Kreisel verkaufen

Sieben Jahre nach dem Auszug des Bezirksamts stellt Berlin den skandalumwitterten Steglitzer Kreisel zum Verkauf. Bis Ende November sind Angebote für das 118 Meter hohe entkernte Bürohaus möglich.

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Der Liegenschaftsfonds hat den Steglitzer Kreisel erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Angebote für den 118 Meter hohen ehemaligen Büroturm an der Schloßstraße können bis zum 24. November abgegeben werden. Es sei eine nationale Ausschreibung, sagte Marlies Masche, Sprecherin des Liegenschaftsfonds. Die Gebote dürften nicht unter dem Verkehrswert liegen – der Richtwert sei 14 Millionen Euro.

Überrascht von dieser Ausschreibung wurde Christoph Gröner, Geschäftsführer der CG-Gruppe. Seit Mai 2013 verhandelt der Projektentwickler mit dem Liegenschaftsfonds über den Kauf des Steglitzer Kreisels. Die Pläne für den Umbau in ein Wohnhaus mit 200 Apartments sind fertig.

Im Mai dieses Jahres lagen die Vertragsentwürfe vor, die Finanzierung war gesichert. Dann stoppten die Verhandlungen. Während sie für die CG-Gruppe bis heute nicht beendet sind, heißt es beim Liegenschaftsfonds: „Die CG-Gruppe hat eine Absage erhalten.“ Die Verhandlungen seien ergebnislos verlaufen, erläutert Marlies Masche.

Unterdessen ist die CG-Gruppe bereits Eigentümer des Sockels vom Steglitzer Kreisel. Der gehörte dem Immobilienunternehmen Becker & Kries, das im Juni an die CG-Gruppe verkaufte. „Eine Verwertung des Turms ohne Sockel ist ausgeschlossen“, sagt Christoph Gröner. Fehlende Stellplätze, unzureichende Zugangsmöglichkeiten und keine Aussicht auf Genehmigung würden den Turm als Einzelteil unverkäuflich machen.

„Offensichtlich versucht das Land Berlin die über zweijährige Entwicklungsarbeit der CG-Gruppe zu nutzen, um den ursprünglich vereinbarten Kaufpreis zu steigern“, so Gröner. Er sei weiterhin am Steglitzer Kreisel interessiert. „Die CG-Gruppe kann sich an dem neuen Bieterverfahren beteiligen“, sagt Marlies Masche vom Liegenschaftsfonds dazu.