Ende 2017 könnte im Steglitzer Kreisel im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf in mehr als 180 Mietwohnungen wieder das Licht angehen. Das sind die Pläne der CG-Gruppe – einem Leipziger Projektentwickler, der auch in Berlin aktiv geworden ist.
Nachdem der Investor Ende Mai 2013 eine Kaufabsichtserklärung für das Hochhaus unterschrieben hatte, wurde jetzt die Bauvoranfrage im Bezirk eingereicht. Bis Ende des Jahres soll geprüft werden, ob sich das Projekt realisieren lässt, sagte Jürgen Kutz, einer der Geschäftsführer der CG-Gruppe.
Sollte der Investor zum Zuge kommen, wird das 30-geschossige Hochhaus an der Schloßstraße 80 künftig nur noch einen Eigentümer haben. Im Moment gehört das Sockelgeschoss mit Hotel und Geschäften dem Immobilienunternehmen Becker und Kries, das Hochhaus ist im Besitz des Landes Berlin. „Ein Teilerwerb kommt für uns nicht in Betracht“, sagte Kutz. Das Konzept sei auf den gesamten Gebäudekomplex ausgerichtet.
Becker und Kries befürwortet diese Idee und ist bereit, mit dem Investor über den Verkauf des Sockels zu verhandeln. „Es macht nur Sinn, wenn einer das ganze Objekt langfristig in einer Hand behält“, sagte Becker und Kries-Geschäftsführer Christian Kube. Das vereinfache die Planungen, auch bei der optischen Umgestaltung von Hochhaus und Sockel. So könnten beide Gebäudeteile aufeinander abgestimmt werden.
Asbestsanierung durch Land Berlin
Tatsächlich hat der Investor geplant, nicht nur das Hochhaus, sondern auch das Sockelgeschoss neu zu gestalten. Vor allem die Fassade solle freundlicher werden, sagte der CG-Geschäftsführer. Doch bis der Kreisel den Besitzer wechselt, muss der Investor noch einige Punkte klären. In der Prüfung seien jetzt Fragen der Statik und des Brandschutzes, aber auch die mögliche Umnutzung von ehemals Büros in Wohnungen, sagte Jürgen Kutz. Führe die Prüfung zu einem entsprechenden Ergebnis, könnte es im Dezember zum Abschluss kommen.
Die Asbestsanierung wird weiterhin vom Land Berlin vorgenommen. 32 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Bis Ende 2014, Anfang 2015 sollen alle Schadstoffe aus dem Hochhaus entfernt sein. Erst dann könne der Baustart für die Wohnungen erfolgen, so Jürgen Kutz. Er rechne mit 24 Monaten für den kompletten Um- und Ausbau. Insgesamt will die CG 190 Millionen Euro in den Steglitzer Kreisel und das Sockelgeschoss investieren.
Geplant ist der Einbau von 182 Wohnungen mit einer Deckenhöhe von 3,50 Meter. Jede Wohnungen bekommt eine Loggia oder einen Balkon. Die Mietpreise werden zwischen neun und 25 Euro pro Quadratmeter liegen. Grundsätzlich gilt: je höher desto teurer. Im obersten Stockwerk sind ein bis zwei Penthouse-Wohnungen geplant.
Seit eineinhalb Jahren befasst sich die CG-Gruppe mit dem Steglitzer Kreisel. „Das Hochhaus ist ein Wahrzeichen mit Alleinstellungsmerkmalen – das übt einen Reiz auf einen Projektentwickler aus“, sagt Kutz. Die Lage sei zentral, nahe am FU-Campus und am Botanischen Garten, aber auch der Flughafen BER könnte in 20 Minuten erreicht werden.





