Da muss man glatt zweimal hingucken: Um die zwanzig Wildschweine stehen plötzlich in Spandau vor der Haustür – und das am helllichten Tag. Ein Anwohner filmte die quiekende Rotte, wie sie auf dem Gehweg steht. Ein Tier wagt sich dann vor, läuft zwischen einem geparkten Transporter und einem Auto auf die Straße. Die anderen Wildschweine folgen. So trottet die Rotte über die Straße auf die andere Gehweg-Seite. Manieren haben die Schwarzkittel ja!

Das Video wurde am Dienstag auf dem Instagram-Kanal „Dasistberlinbitch“ veröffentlicht. Einen Tag später hatte der Post schon knapp 20.000 Likes eingesammelt. Er wurde auch hundertfach kommentiert. So schrieb ein User: „Spandau ist da, wo man vom Balkon aus ne bessere Schussbahn hat als von nem Hochsitz im Grunewald.“ Ein anderer schrieb: „Alles klar, sind auf dem Weg zur Tanke, Bier holen oder so.“ Oder: „Wieder ein neuer Clan in Deutschland.“ Es gab auch eine Anspielung auf die Löwen-Posse in Kleinmachnow: „Löwenrudel in Spandau gesichtet“. In der Gemeinde südwestlich von Berlin wurde im Sommer 2023 fälschlicherweise ein Wildschwein für eine Löwin gehalten.

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Es ist keine Seltenheit, dass die Wildschweine in der Stadt herumirren. „Punktuell taucht immer mal wieder ein Tier oder eine Rotte auf“, sagte Derk Ehlert, Wildtierexperte des Senats, im vergangenen Sommer. Genaue Zahlen, wie viele Wildschweine in Berlin leben, gibt es nicht. „Aber die Menschen, egal, ob in Frohnau, Eichkamp oder Köpenick, haben gelernt, sich auf die Tiere einzustellen und mit ihnen auszukommen“, so Ehlert.

Auch der Nabu-Landesverband Berlin sieht die Wildschweine nicht als akutes Problem. In Spandau würden sie in den Wohngebieten auf Nahrungssuche gehen. „Und dabei begegnen sie natürlich Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit“, erklärte eine Nabu-Mitarbeiterin im vergangenen Jahr. Ein guter Zaun sei immer noch der beste Schutz für den Vorgarten. „Auf keinen Fall dürfen Wildschweine gefüttert werden“, warnte sie. Es seien hochintelligente Wildtiere, damit locke man sie an und fordere die Probleme heraus. BM

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