Was genau passiert ist, gibt der Berliner Polizei noch Rätsel auf. Klar ist nur, dass in der Nacht zu Donnerstag ein 66-jähriger Fahrradfahrer in Spandau ums Leben gekommen ist. Ersten Erkenntnissen zufolge soll er gegen 1:30 Uhr auf dem Radweg am Bullengraben im Ortsteil Wilhelmstadt ohne Licht gefahren sein. Ein 21-jähriger Radfahrer kam ihm auf Höhe der Seeburger Straße entgegen.

Bei dem plötzlichen Aufeinandertreffen sollen beide letztlich heftig gestürzt sein, einen direkten Zusammenstoß der beiden Radfahrer soll es laut Polizei aber nicht gegeben haben. Der 66-Jährige erlitt dennoch schwere innere Verletzungen und starb noch am Unfallort. Der 21-Jährige wiederum trug Knochenbrüche und Kopfverletzungen davon und kam in ein Krankenhaus.

Rettungskräfte wurden schnell informiert

Nach Angaben der Berliner Feuerwehr wurden die Rettungskräfte bereits um 1:30 Uhr alamiert. Circa eine Dreiviertelstunde später kam der Krankenwagen. Ob die Radfahrer dabei von Passanten gefunden wurden oder der Notruf gar von einem von ihnen selbst ausging, war am Donnerstag nicht bekannt.

Der genaue Ablauf des Vorgangs wird noch von der Polizei ermittelt. Der Unfall hatte zunächst für Rätselraten gesorgt, weil beide Fahrräder in gewissem Abstand zueinander lagen und ein Zusammenstoß von der Auffindesituation her unwahrscheinlich schien. Neben den am Boden liegenden Fahrrädern fanden Polizeibeamte private Gegenstände, die zur Identifzierung der Beteiligten führten.

Schon der vierte Verkehrtote im Jahr 2024

Der 66-jährige Radfahrer ist bereits das vierte Todesopfer im Straßenverkehr in diesem neuen Jahr. Zuvor starben in den letzten Tagen drei Fußgänger bei Unfällen. Im vergangenen Jahr gab es laut einer vorläufigen Zählung der Polizei insgesamt 33 Verkehrstote. Es starben zwölf Radfahrer und Radfahrerinnen, elf Fußgänger, fünf Motorrad- oder Rollerfahrer, vier Autofahrer und eine Rollstuhlfahrerin. Es waren 24 Männer und neun Frauen. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es 34 Verkehrstote, die niedrigste Zahl der vergangenen Jahrzehnte. 2021 waren es 40, ein Jahr zuvor noch 50 Tote.

Über die konkreten Gefahren im Straßenverkehr sagt die jährlich stark schwankende Zahl der Toten allerdings nur bedingt etwas aus. Die Gesamtzahl der Unfälle und die Zahl schwer- und leichtverletzter Menschen sind entscheidender.