Die Zahl der Menschen, die in Berlin durch Unfälle im Straßenverkehr starben, liegt in diesem Jahr erneut vergleichsweise niedrig. Bis Mitte Dezember kamen 33 Menschen ums Leben, wie die am Sonntag mitteilte. Im gesamten vergangenen Jahr 2022 waren es 34 Verkehrstote, die niedrigste Zahl der vergangenen Jahrzehnte. 2021 waren es 40, ein Jahr zuvor 50 Tote. Bis Anfang des Jahrtausends lagen die Zahlen dabei weitaus höher. Im Jahr 1990 etwa waren noch 226 Personen im Straßenverkehr ums Leben gekommen.

Im laufenden Jahr starben zwölf Radfahrer und Radfahrerinnen, elf Fußgänger, fünf Motorrad- oder Rollerfahrer, vier Autofahrer und eine Rollstuhlfahrerin. Es waren 24 Männer und 9 Frauen. Erst Ende November etwa starb ein 82-Jähriger, nachdem er einen Tag zuvor bei einem Verkehrsunfall in Heiligensee verletzt worden war. Er soll vom Radweg auf die Fahrbahn der Heiligenseestraße gefahren sein, ohne dabei auf den rückwärtigen Verkehr zu achten und wurde von einer 64 Jahre alten Autofahrerin erfasst.

Über die konkreten Gefahren im Straßenverkehr sagt die jährlich stark schwankende Zahl der Toten allerdings nur bedingt etwas aus. Die Gesamtzahl der Unfälle und die Zahl schwer- und leichtverletzter Menschen sind entscheidender.

Verkehrsunfälle in Berlin: 1583 Schwerverletzte bis Ende September

Bislang liegen die Zahlen bis September vor. Danach wurden 99.088 Straßenverkehrsunfälle registriert, das waren etwa 3500 mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei etwa 90 Prozent der Unfälle gab es nur Blechschäden und keine verletzten Menschen. Insgesamt wurden aber in den ersten neun Monaten des Jahres bei Unfällen 10.732 Menschen leicht verletzt und 1583 Menschen schwer verletzt, knapp vier Prozent weniger als 2022.

Hauptunfallursachen sind seit Jahren vor allem Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt, nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fahren unter Alkoholeinfluss. Nach Unfällen gerechnet gilt der Tempelhofer Damm als die gefährlichste Straße Berlins. In großen Bundesländern mit vielen Landstraßen, auf denen schnell gefahren wird, sterben dabei deutlich mehr Menschen in Relation zur Einwohnerzahl als in Großstädten. Zugleich ist der Straßenverkehr seit vielen Jahren durch moderne Sicherheitssysteme wie Airbags und verstärkte Karosserien, schnellere Rettungseinsätze, mehr Geschwindigkeitskontrollen und härtere Strafen deutlich sicherer geworden.

In diesem Sinne geht das Statistische Bundesamt auch davon aus, dass die Zahl der Verkehrstoten in ganz Deutschland in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgehen wird. Nach Schätzungen auf Basis vorliegender Daten für den Zeitraum von Januar bis September 2023 wird die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen demnach gegenüber dem Jahr 2022 um knapp 40 auf rund 2750 Getötete sinken. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2788 Menschen im Verkehr getötet. mit dpa

dpa