Er soll ein Ort der Hoffnung werden, ein Ort für Begegnungen zwischen allen Generationen, ein Ort für ein besseres Miteinander: der Jonny-K.-Aktivpark. So jedenfalls sehen die Wünsche von Anwohnern und anderen Engagierten für die Zukunft des Egelpfuhlparks im Kiez Heerstraße-Nord aus, der in den nächsten Jahren umfassend umgestaltet und umbenannt werden soll.

Jonny K., der im Oktober 2012 am Alexanderplatz von einer Gruppe angegriffen wurde und später an den Folgen seiner Kopfverletzungen starb, ist wenige Hundert Meter vom Egelpfuhlpark entfernt aufgewachsen. „Das ist der Park, in dem wir picknicken waren, in dem mein Bruder Fußball gespielt hat“, sagt seine ältere Schwester Tina K. „Das ist so schön, dass Jonny präsent bleibt an dem Ort, wo er viel Zeit verbracht hat und groß geworden ist.“

Im Aktivpark soll das Leben zelebriert werden

Dass der umgestaltete Park den Namen von Jonny K. tragen wird, ist auch auf das Engagement von Jörg Schultz zurückzuführen. Schultz wohnt in der Nähe des Parks, hat Jonny K. gekannt und engagiert sich im „I am Jonny“-Verein, den Tina K. nach dem gewaltsamen Tod ihres jüngeren Bruders gegründet hat. Als Erstes, berichtet Schultz, habe er sich dafür eingesetzt, dass eine Gedenktafel an den Alexanderplatz kommt. „Als Zweites habe ich überlegt, eine Straße in Spandau nach ihm zu benennen, dem Bezirk, wo er herkam.“ Weil es für Straßennamen jedoch bestimmte Regelungen gibt, entstand die Idee, stattdessen mit einer Grünfläche an den Spandauer zu erinnern.

Mit der Umgestaltung des Parks soll das nun Realität werden. Für Schultz steht dabei fest: „Der Park soll nicht nur einen besonderen Namen haben, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal. Damit die Leute sagen, wir gehen jetzt in den Jonny-K.-Aktivpark.“ Auch Tina K. will nicht, dass der Park ein reiner Ort des Gedenkens wird. „Der Alex hat einen Gedenkort und soll ermahnen, wie wichtig Zivilcourage ist“, sagt die 34-Jährige. „Hier soll es ein Aktivpark sein, wo das Leben und das Miteinander gefeiert werden, wo man zusammen musiziert und Sport macht.“

Die Umgestaltung des Parks ist eines der Projekte, die im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ im Bereich Brunsbütteler Damm/Heerstraße umgesetzt werden. Aktuell wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, zu der kürzlich ein Zwischenbericht vorgestellt wurde. Derzeit sei der Park wenig gepflegt, vor allem die Randbereiche und Eingänge seien zugewachsen, sagt Friederike Lichtenthal vom Büro bgmr Landschaftsarchitekten, das die Machbarkeitsstudie verantwortet. Zudem sind der Spiel- und Bolzplatz veraltet; Angebote für Senioren fehlen völlig.

Machbarkeitsstudie bis Ende des Jahres fertig

Bei mehreren Workshops wurden zuletzt Ideen von Bürgern gesammelt. Daraus wurden durch das Architektenbüro erste Varianten erstellt. Und während der Park heute vor allem aus schlichten Wiesen besteht, soll er mit der Umgestaltung deutlich vielfältiger werden. Angedacht ist es, in dem Park einen ruhigeren und einen aktiveren Teil zu schaffen.

Zur Entspannung wird etwa eine Yogawiese vorgeschlagen, außerdem gemeinschaftliche Gartenfelder und eine Obstbaumwiese. Daneben enthält der Entwurf ein Café oder einen Kiosk. Im Aktivbereich sollen „Aktivinseln“ entstehen, mit Tischtennisplatten, Sportplätzen und Fitnessgeräten. Indem der Park Orte für Aktivität, für Sport bietet, so der Gedanke, soll er zur Gewaltprävention beitragen – und damit auch wieder Bezug zum Schicksal von Jonny K. nehmen.

Weitere Ideen sind eine öffentliche Bühne, außerdem eine „Bergspitze“ – ein großer Hügel mit Aussichtsplattform. „Die Bergspitze soll von Weitem wahrnehmbar sein“, erklärt Lichtenthal. „Sie schafft einen neuen Identifikationspunkt.“ Geplant ist, die Machbarkeitsstudie bis Ende des Jahres abzuschließen. Anschließend soll eine Bauplanungsunterlage erstellt werden, um die detaillierten Kosten für den Umbau zu ermitteln. Läuft alles glatt, kann 2021 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

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