Der Sanierungsstau bei Schulen liegt bundesweit bei rund 32 Milliarden Euro, fast vier Milliarden Euro fallen alleine in Berlin an. Darauf machte die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe, am Montag bei einem Besuch der Carlo-Schmid-Oberschule in Spandau aufmerksam. Viele Schulen stammten noch aus den 70er-Jahren, damals sei „Schmalspur“ gebaut worden, die Qualität der Bauten sei oft schlecht. Außerdem entsprächen sie oft nicht den modernen Anforderungen. Notwendig seien Gebäude, die der Inklusion und dem Ganztagesbetrieb gerecht würden, so Tepe. Auch Tom Erdmann, GEW-Vorsitzender in Berlin, forderte, man solle weg von den Flurschulen und hin zu einem modernen Schulgebäude im Compartment-Stil kommen. So ist es in der Berliner Schulbauoffensive vorgesehen, die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) plant. Danach sind in den nächsten zehn Jahren 5,5 Milliarden Euro für die Schulsanierung und Schulneubau vorgesehen.

    Die Carlo-Schmid-Oberschule in Spandau, die am Montag von der GEW-Vorsitzenden Tepe besucht wurde, war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil dort während der Herbstferien nach einem Wasserschaden die Zwischendecke des Foyers hinabgestürzt war. Immer wieder kommt es dort zu Wasserschäden, zuletzt Ende Mai. Die Schule ist bekannt als Dauerbaustelle, die Sanierungskosten, so letzte Schätzungen, liegen zwischen 30 bis 35 Millionen Euro. Ein Neubau koste rund 40 Millionen Euro. Deshalb wurde vergangene Woche in der Bezirksverordnetenversammlung Spandau fraktionsübergreifend ein Dringlichkeitsantrag gestellt, die Dauersanierung zu stoppen und einen Neubau zu errichten. „Die Situation vor Ort gleicht eher einer Baustelle als einer Schule“, so der Vize-Fraktionsvorsitzende der Spandauer CDU-Fraktion, Thorsten Schatz. Man wolle das nicht länger hinzunehmen. Und auch Gollaleh Ahmadi, bildungspolitische Sprecherin der Grünen in Spandau, sprach von „unerträglichen Begleiterscheinungen der Dauersanierung“. Seiten 2 und 9